Ein Vize-Weltmeister greift nach dem Titel Bundeschampion
Die Bundeschampionate in Warendorf dürfen sich ohne Zweifel mit dem Zusatz „wichtigste Zuchtveranstaltung Deutschlands“ schmücken.
Den Auftakt auf dem Gelände des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) und des Bundesleistungszentrums (BLZ) Reiten machten am ersten Tag die fünfjährigen Spring- und Dressurpferde.
Mit beeindruckend überragenden Bewegungen ausgestattet und dazu noch wunderschön – das ist der gekörte Trakehner Hengst Imperio v. Connery Balfour xx, der auf dem Viereck in beeindruckender Manier auf sich aufmerksam machte. Der schmucke Braune war von Anna-Sophie Fiebelkorn erst vor wenigen Wochen zur Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft der Jungen Dressurpferde pilotiert worden – in Warendorf erschien der Modellathlet noch elastischer und losgelassener. Zu den Höhepunkten der mustergültigen Vorstellung zählten der federnde Trab (9,5) und die raumgreifende Bergaufgallopade (9,5) und auch im Gesamteindruck zogen die Juroren die Note 9,5. Endresultat: 9,0 und Platz eins! Anna-Sophie Fiebelkorn strahlte: „Imperio hat von der WM bis heute noch mal einen Riesen-Fortschritt gemacht und er überrascht mich immer wieder mit seiner Nerven- und seiner Charakterstärke. Wenn er ins Viereck kommt, dann will er einfach nur noch arbeiten.“
Auf den Plätzen setzte sich der Reigen der gekörten Hengste weiter fort. Der typvolle Rock Forever und Oliver Oelrich behaupteten sich auf der zweiten Position, lange hatten sie das Teilnehmerfeld mit einer 8,9 angeführt. Der westfälische Hengst der Station Holkenbrink wurde 2005 zum Reservesieger der NWR-Körung proklamiert und verdiente sich 2007 den Titel Vize-Bundeschampion. Auf dem Warendorfer Viereck brillierte er im Galopp (9,5) und im Trab (9,0). Oliver Oelrich bilanzierte: „Bei der WM vor wenigen Wochen kam Rock Forever gerade aus dem Deckgeschäft und war konditionell noch nicht so fit. Aber jetzt fühlt er sich wieder richtig gut an.“
Auf dem dritten Rang postierte sich der Bayer Birkhof`s Denario mit Nicole Caspar (8,8). Und auch dieser Vererber hat schon einiges vorzuweisen: Siegerhengst der Süddeutschen Körung 2006 und Bundeschampion 2007!
2008 gibt es bei den fünf- und sechsjährigen Dressurpferden ein wichtige Neuerung: Erstmals wird nicht nur eine Note vergeben, sondern die Vorstellung wird mit fünf Wertnoten bewertet (Trab, Schritt, Galopp, Durchlässigkeit, Gesamtbeurteilung, Endnote). Richter Hennig Lehrmann erklärt den neuen Modus so: „Wir Juroren können so viel differenzierten urteilen, außerdem wird die Benotung für die Zuschauer viel transparenter und besser nachvollziehbar.“
Das Finale der fünfjährigen Dressurpferde findet am Samstag um 14.45 Uhr statt.
Im Parcours von Warendorf war bereits am ersten Tag viel los und die Gäste mussten Zeit mitbringen: 195 fünfjährige Hindernisathleten hatten sich in die Starterliste eingetragen! Und auch hier gab es etwas Neues: Die Prüfungen auf dem Springplatz werden erstmals auf Sand und nicht wie in den Vorjahren auf Gras ausgetragen. Reiter-Urgestein Tjark Nagel lobte: „Wir haben hier jetzt ein hervorragendes Geläuf und die Top-Bedingungen sind auch nur angemessen, schließlich sind hier die besten fünf- und sechsjährigen Springpferde Deutschlands am Start.“ Die Qualität der jungen Aspiranten konnte sich sehen lassen – am beeindruckendsten präsentierte sich der Holsteiner Carrico v. Catoki-Capitol II unter Jörg Naeve, Springcoach von Doppelolympiasieger Hinrich Romeike. Mit bester Manier und gewaltigem Vermögen flog das Paar über die Stangen – gesamt 9,5. Franz-Josef Dahlmann und seine westfälische Stute Bonita v. Baloubet du Rouet-Polydor beendeten ihre Abteilung mit dem ersten Platz und seiner 9,0. Insgesamt war das Springen hauptsächlich eine Angelegenheit der Holsteiner und Westfalen, wobei Marco Kutschers Cornet Obolensky der am stärksten vertretene Vater in den Pedigrees der jungen Springcracks war. Die besten Jumper treffen sich am Sonntag um 10 Uhr zum Finale wieder.
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