CHIO Aachen 2010: Vierspänner nach Dressur und Kegelfahren auf Platz zwei
Durch zwei Nullrunden im Hindernisfahren haben sich die deutschen Vierspänner um einen Platz in der Nationenpreiswertung weiter nach vorne geschoben.
"Ich gehe davon aus, dass es fünf Null-Runden geben wird", sagte Parcourschef Wolfgang Asendorf vor dem Hindernisfahren und er sollte tatsächlich Recht behalten. "Man muss schon zügig vorwärts fahren", sagte Michael Brauchle vor seiner Runde. Er startete als erster Mannschaftsfahrer und blieb zwar in der Zeit, aber bei ihm fielen zwei Bälle in den Schlangenlinien. Rainer Duen dagegen blieb nicht nur in der Zeit, sondern auch fehlerfrei und das Publikum jubelte. Die Tribünen waren voll besetzt und rund um das Stadion herum standen die Zuschauer in mehreren Reihen. "Die Zeit ist sehr eng bemessen und die Schlangenlinien sind immer die Klippen", so Duen. Nach den sechs Fehlern von Brauchle musste Christoph Sandmann fehlerfrei bleiben. Als er als viertletzter Starter einfuhr, jubelte das Aachener Publikum schon zur Begrüßung. Dann wurde es ganz ruhig. Sandmann behielt die Nerven und fuhr ebenfalls eine saubere Runde in der Zeit nach Hause. "Die beiden Nullrunden waren ganz wichtig", sagte Bundestrainer Ewald Meier. Die Niederländer kamen insgesamt auf drei Fehler, die US-Amerikaner auf sechs Fehler. Damit führt das Team aus den Niederlanden mit 92,60 Punkten, vor Deutschland mit 98,17 Punkten und den USA mit 99,82 Punkten.
Eine tolle Runde im Kegelparcours zeigte auch Einzelfahrer Dirk Gerkens. Er durchfuhr die 20 Hindernisse ohne Fehler und das Publikum feuerte ihn lautstark an. Aber er schaffte es nicht ganz die Ziellinie in der Zeit zu erreichen und bekam 0,5 Zeitfehler angerechnet. Damit verpasste er knapp das Stechen. Gerkens, der im Vorjahr seine Premiere in Aachen feierte, freute sich dennoch, denn er qualifizierte sich mit seinem sechsten Platz für die Prüfung "Ride and Drive" im Hauptstadion. Ein Aachen-Debütant ist Georg von Stein (Modautal), der zweite Einzelfahrer. Sein Hauptpferd war am Dienstag nicht durch die Verfassungsprüfung gekommen, so dass er sein gesamtes Gespann umstellen musste. Bei ihm fiel ein Ball und mit Zeitfehlern kam er am Ende auf 7,58 Fehler. "Das war einfach zu risikoreich gefahren", sagte er nachher.
Als letzte Teilprüfung des Nationenpreises der Vierspänner steht morgen das Gelände bevor. "Die acht Geländehindernisse sind richtig schwer. Michael als erster Starter wird die Order bekommen, nicht zu viel zu riskieren und eine sichere Runde nach Hause zu fahren", sagte Meier. In der Einzelwertung führt nach Dressur und Kegelfahren der Vorjahressieger, der Australier Boyd Excell, mit 41,09 Punkten. Dahinter trennen den Niederländer Theo Timmermann (45,11 Punkte), den US-Amerikaner James Henry Fairclough (45,31) und Christoph Sandmann (45,95) nur wenige Zehntel voneinander. Rainer Duen belegt Platz sieben (52,22), Dirk Gerkens Platz elf (57,46), Georg von Stein Platz 20 (69,02) und Michael Brauchle Platz 21 (69,62).
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