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CHIO Aachen 2008: Albert Zoer gewinnt den ROLEX GP

Die Letzten werden die Ersten sein. Das galt auch im ROLEX Grand Prix, Großer Preis von Aachen. Als letzter Reiter ritt der Niederländer Albert Zoer ins Stechen ein und schlug den bis dato führenden Ludger Beerbaum mit vier Hundertstel Sekunden.

  
Zoer legte im Sattel des neunjährigen KWPN-Wallachs Sam eine blitzsaubere Runde in 48.99 Sekunden hin und heimste damit innerhalb von zwei Wochen zwei Siege in Großen Preisen ein. Denn kurz zuvor gewann er noch den Grand Prix Rotterdam. "Sam hat eine enorme Galoppade und ich wusste, ich kann ihn schnell reiten. Auf der letzten Wendung nach dem Oxer waren wir sehr schnell und haben da den Sieg geholt", berichtet der 32-Jährige. "Er ist eigentlich mein Zweitpferd hinter Olympia-Anwärter Oki Doki. Wir haben ihn vierjährig bekommen und langsam aufgebaut", so Zoer.

Rang zwei ging in der letzten Prüfung beim Weltfest des Pferdesports, CHIO 2008, an Ludger Beerbaum auf All Inclusive NRW in 49.03 Sekunden vor Carsten-Otto Nagel auf Corradina. "Wir hatten hier ein nahezu perfektes Stechen, aber eben nur nahezu. Vor dem zweitletzten Sprung haben wir die Kurve nicht optimal bekommen und dadurch Zeit verloren", so Beerbaum, der den Sohn des Warendorfer Landbeschälers Arpeggio vor drei Jahren in den Stall bekommen hat. Beerbaums Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum war mit Shutterfly einige Sekundenbruchteile langsamer und musste sich mit einer fehlerfreien Runde und 50.69 Sekunden auf Rang fünf einreihen. Acht Starter waren ins Stechen eingezogen, darunter stellte Deutschland mit vier Reitern das größte Kontingent. Als erster Reiter legte Carsten-Otto Nagel mit der Corrado-Tochter Corradina eine blitzsaubere Runde in 49.83 Sekunden hin. 15-mal startete der 45-Jährige bisher in Nationenpreisen, gewann 1999 mit der Mannschaft Gold bei der Europameisterschaft in Hickstead. "Der Parcours war sehr anspruchsvoll gebaut. Umso glücklicher bin ich über unser Ergebnis", so Otto-Nagel. "Als Parcoursbauer habe ich versucht, den Parcours so zu bauen, dass die Fehler möglichst gleichmäßig verteilt werden", berichtete Parcoursbauer Frank Rothenberger. "Als größte Klippen stellten sich im ersten Umlauf die zweifache Wasser-Kombination dar und der vorletzte gelbe Oxer dar." 50.68 Sekunden lautete das Ergebnis für Beezie Madden, die die Chance hatte, ihren Vorjahressieg zu wiederholen: Rang vier. Beezie Madden hatte im vergangenen Jahr den ROLEX Grand Prix gewonnen. Mit ihrem WM-Silberpferd Authentic, ein 13-jähriger KWPN-Wallach von Guidam, peilt sie die Olympischen Spiele in Hongkong an. Die 44-Jährige lebt in Milwaukee und unterhält mit ihrem Ehemann John Madden einen Springstall. Rolf-Göran Bengtsson musste mit dem KWPN-Wallach Ninja La Silla von Guidam einen Fehler verbuchen. Der Schwede war bei den Olympischen Spielen in Athen Zweiter mit der Mannschaft und Vierter in der Einzelwertung. Auch bei McLain Ward fiel die Stange am letzten Sprung. Sein Olympiapferd Sapphire, mit dem er in Athen Teamgold holte, gehörte bereits bei den Weltreiterspielen in Aachen 2006 zum Silberteam der USA. Die belgische Stute stammt ab von Darco. Vierter deutscher Starter war Holger Wulschner (Passin) mit Clausen. Der zwölfjährige Holsteiner Calato-Sohn, übrigens väterlicher Halbruder zu Christian Ahlmanns Cöster, erlaubte sich zwei Fehler in 49.67 Sekunden.

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