Holger Wulschner siegt im Preis von Europa
Insgesamt sieben Reiter des 50-köpfigen Starterfelds zogen ins Stechen ein. Nur drei Reiter blieben fehlerfrei und auch ein norwegischer Sieg war der skandinavischen Nation nicht vergönnt.
Er war der erste, der sich fürs Stechen qualifiziert hatte, der Erste, der im Stechen antrat und blieb auch der Erste: Holger Wulschner gewann den WARSTEINER-Preis, Preis von Europa, auf dem elfjährigen Holsteiner Clausen fehlerfrei in 53.63 Sekunden. "Ich bin von diesem Pferd geradezu verwöhnt, wir haben schon 2006 drei Große Preise gewonnen. Doch der Sieg hier vor dieser Kulisse ist sicher nicht alltäglich", freute sich Wulschner, der den Calato-Sohn seit drei Jahren reitet. "Er war damals etwas verrufen, weil er mit einem jungen Mädchen öfter mal den Parcours verlassen hat. Anfangs war er schwierig, aber er ist sicherlich das beste Pferd, das ich je geritten habe." Insgesamt sieben Reiter des 50-köpfigen Starterfelds zogen ins Stechen ein. Nur drei Reiter blieben fehlerfrei und auch ein norwegischer Sieg war der skandinavischen Nation nicht vergönnt: Zwar gingen mit den beiden 2006-er WM-Reitern Geir Gulliksen und Tony André Hansen gleich zwei Norweger ins Stechen, sie mussten jedoch beide Fehler verzeichnen. Holger Wulschner gilt als erfolgreichster Reiter der neuen Bundesländer. Der Sieger im Hamburger Derby 2000 wirkt in der Nähe von Rostock auf Gut Groß Viegels. Auf den zweiten Platz gelangte in 54.78 Sekunden die Irin Jessica Kürten. "Ich bin unwahrscheinlich stolz auf meine Stute, sie ist hier über sich hinaus gewachsen. Auf dem Abreiteplatz hatte sie noch kehrt gemacht, als sie eine Menge weißer Pferde sah. Sie ist sehr geräuschempfindlich", erzählte die 37-Jährige von Quibells Zusammentreffen mit den Reitern des portugiesischen Gastlands. Die Tochter eines Zahnarztes und einer Künstlerin betreibt mit ihrem Ehemann Eckardt die Chesney Farm - benannt nach ihren Eltern - in Hünxe. "Frauenpower" auch auf Platz drei: Meredith Michaels-Beerbaum und der Zweibrücker Leubus-Sohn Le Mans gelangten fehlerfrei in 54.98 Sekunden ins Ziel. "Heute war es hier sehr schwer, nicht nur die Hindernisse, auch das Wetter war schwierig, weil dadurch die Zügel glitschig werden und die Pferde oft weniger konzentriert sind, weil sie Wasser in Ohren und Nase bekommen". Pech hatte Eva Bitter - sie schlug mit Argelith Stakkato einen falschen Weg ein und schied dadurch aus. Das beste deutsche Paar aus dem Weltcup-Finale von Las Vegas, Daniel Deusser und Air Jordan Z, musste zwei Abwürfe verbuchen.






