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DJM 2009 München: Sechs neue Titelgewinner in Dressur und Springen
Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in München sind heute sechs neue Deutsche Meister in Dressur- und Springreiten gekürt worden.
Maurice Tebbel und Sönke Rothenberger bei den Ponyreitern, Josch Löhden und Sanneke Rothenberger bei den Junioren sowie Katrin Eckermann und Ann-Kristin Dornbracht bei den Jungen Reitern.DM Ponyreiter
Bei den Ponydressurreitern setzte sich erwartungsgemäß Sönke Rothenberger durch. Der 14-Jährige tritt damit in die Fußstapfen seiner Schwester Sanneke, die im vergangenen Jahr den Titel bei den Ponyreitern und Junioren gewinnen konnte. Der frisch gebackene Mannschafts-Europameister siegte in München souverän in allen drei Wertungsprüfungen und holte sich mit einem Gesamtergebnis von 302,744 Punkten die Goldmedaille. Ebenso beständig hielt seine Teamkollegin Katharina Weychert mit Golden Derano C an allen drei Tagen den zweiten Platz und gewann damit Silber (293,535). Die Dritte im EM-Bunde, Bianca Nowag (Ostbevern) mit Der feine Lord, kam dagegen über Platz fünf nicht hinaus. Zwar hatte sie sich nach einer verpatzten ersten Wertungsprüfung gerade noch fürs Finale empfehlen können, wurde dort auch Dritte, konnte aber nicht mehr in die Medaillenränge vorrücken (277,531). Ebenfalls medaillenlos blieb die Vorjahres-Dritte Florine Kienbaum. Sie hatte - zum Abschluss ihrer Ponyzeit - nach fast einjähriger Verletzungspause erstmals wieder ihr Pony Going East gesattelt und belegte Platz zehn. Die Bronzemedaille in Empfang nehmen durfte in diesem Jahr Lena Schütte mit dem erst siebenjährigen Campari W WE. "Lena hat hier drei ganz beständige Runden gedreht", lobte Bundestrainerin Cornelia Endres. "Sie ist ein gutes Beispiel für unseren klassischen Ausbildungsweg, ist vor zwei Jahren das Bundesnachwuchschampionat geritten, war in diesem Jahr Fünfte beim Preis der Besten und Siegerin im Deutschen Pony-Derby in Hamburg."
DM Junioren
Auch bei den Dressur-Junioren kam der Sieger aus dem Stall Rothenberger. Wie schon in den ersten Wertungsprüfungen ließ Sanneke Rothenberger ihrer Konkurrenz auch im Kür-Finale keine Chance. Für ihre Kür zu lateinamerikanischen Klängen - passend zum Namen ihres Pferdes Paso Doble - erzielte die Titelverteidigerin trotz eines kleinen "Stolperers" zu Beginn der Prüfung 79,9 Punkte. Das bedeutete nicht nur den Sieg in der Kür, sondern auch in der Meisterschaft (Endstand 227,090). Auf dem zweiten Platz in der Kür landete Jill de Ridder mit Bandor, deren Kür zu einem musikalischen Nena-Mix die Richter überzeugte (72,8), die aber auf Grund der Vorergebnisse nicht über Rang vier (208,259) hinauskam. Die Silbermedaille holte sich die in den ersten beiden Wertungsprüfungen jeweils Zweitplatzierte Nadine Husenbeth, auch wenn es in der Kür nur zum vierten Platz reichte. Die DM-Debütantin saß im Sattel von Piccolino, dem ehemaligen WM- und EM-Pferd ihres Vaters Klaus Husenbeth. "Anders als viele denken, ist Piccolino kein Selbstläufer. Er kann ziemlich griffig sein, daher habe ich ihn bisher auch nur selbst geritten", berichtet der ehemalige Mannschafts-Welt- und Europameister, der noch im vergangenen Jahr bei den Deutschen Meisterschaften im Sattel des 17-jährigen Hannoveraners saß. Im Herbst übernahm Nadine den Wallach. "Wir haben dann erst einmal ein paar Late-Entry-Turniere genannt, um mal zu sehen, wie es klappt. Wie es scheint, haben sich Piccolino und Nadine allerdings gesucht und gefunden." Das Paar kam auf ein Endergebnis von 209,265 Punkten. Auch die Bronzemedaille ging an eine Newcomerin, Katalin Garrn mit der aus eigener Zucht stammenden siebenjährigen Hannoveraner Stute Debbie v. Dacaprio. Wie auch die Bronzemedaillengewinnerin bei den Ponyreitern, Lena Schütte, wird Katalin Garrn von Janina Siemers trainiert. In München nicht am Start waren die beiden aktuellen Mannschafts-Europameisterinnen Louisa Lüttgen und Charlott-Maria Schürmann (Gehrde).
Wie Sanneke Rothenberger in der Dressur konnte auch bei den Spring-Junioren Josch Löhden vom Landesverband Hannover mit Robbedoes erfolgreich seinen Titel verteidigen. Nach zwei Wertungsprüfungen noch auf Platz zehn, verhalf ihm ein "Doppel-Nuller" im Finalspringen zum Sieg. Bereits im ersten Umlauf arbeitete er sich auf den zweiten Platz vor, startete als vorletzter Reiter mit 6,92 Punkten in die zweite Runde und blieb erneut fehlerfrei. Die "Siegerfaust" deutete an: Eine Medaille wird es auf jeden Fall. Zur "Goldenen" verhalf ihm dann die letzte Starterin, die nach dem ersten Umlauf in der Gesamtwertung führende Helena Hackländer mit Lancers's Luxor. Gleich am ersten Hindernis fiel die Stange zugunsten Löhdens. Die EM-Fünfte fiel auf den sechsten Platz zurück (10,55). Silber ging an Laura Klaphake mit Qualdandro. Sie kassierte zwar einen Abwurf im ersten Umlauf, hielt in der zweiten Runde jedoch dem Druck stand (7,67) und durfte sich dafür die zweite Medaille an diesem Tag umhängen lassen. Ebenfalls starke Nerven bewies die Newcomerin Maren Walliser. Im Sattel ihres, unter ihrem Bruder Johannes erfolgreichen Aikido, hatte sie nach dem ersten Umlauf auf Rang vier verbessert, blieb auch in der zweiten Runde fehlerfrei und rückte damit auf den Bronzerang vor (8,57). "Der Erfolg kommt auch für uns eine bisschen überraschend", freute sich der baden-württembergische Landestrainer Jürgen Kurz. "Erst nach dem letzten Sichtungsspringen in Tübingen stand fest, dass Maren überhaupt mit zur Deutschen fahren würde." Nach dem Pech von Helena Hackländer beendete Maximilian Lill vom gastgebenden bayerischen Landesverband als bester EM-Teilnehmer die DJM auf Platz vier (8,98). Angelina Herröder, die mit Paradiso nach zwei Wertungsprüfungen auf Goldkurs gelegen hatte, fiel bereits nach zwei Abwürfen im ersten Umlauf zurück und wurde am Ende Fünfte.
DM Junge Reiter
Nicht nur bei den Junioren, auch bei den Jungen Reitern gab es eine erfolgreiche Titelverteidigung: Mit einem Sieg in der Kür setzte sich Ann-Kristin Dornbracht mit dem 13-jährigen Gryffindor auch in der Gesamtwertung an die Spitze und sicherte sich mit einem Endergebnis von 221,323 Punkten wie im Vorjahr den Meistertitel. Die Silbermedaille durfte sich Lena Teichert mit D'accord umhängen lassen. Noch am ersten Tag hatte sie Kopf-an-Kopf mit der frisch gebackenen Mannschaftseuropameisterin Kirsten Sieber mit Charly den Sieg davon getragen, ließ diese jedoch in den folgenden Prüfungen stets hinter sich. In der zweiten Wertungsprüfung belegte sie Platz zwei, in der Kür landete sie auf dem dritten Rang hinter Victoria Hörnke mit Vendor D auf Platz drei. Im Gesamtergebnis erzielte sie 216,333 Punkte. Kirsten Sieber landete mit 213,504 Punkten auf dem Bronzerang.
Daumendrücken im rheinischen Lager: Wie bei den Junioren lag auch bei den Jungen Reitern im Parcours eine rheinische Reiterin nach dem ersten Umlauf des Finales in Führung. Doch anders als ihre "Kollegin" setzte Katrin Eckermann mit dem selbst ausgebildeten Carlson ihre Führung auch in eine Goldmedaille um. Sie leistete sich noch nicht einmal den Fehler, der ihr zum Titelgewinn möglich gewesen wäre. Mit einem Endstand von nur 1,06 Punkten aus drei Wertungsprüfungen verwies sie Denise Sulz mit Acara NH auf den Silberrang. Diese musste - anders als die neue Meisterin - allerdings auf die Fehler der anderen hoffen. Sie lag nach dem ersten Umlauf mit 8,2 Punkten noch auf Platz acht, blieb null und - wartete ab. Die Folgenden taten ihr den Gefallen und machten, bis auf Eckermann; Fehler. So auch der bis dahin an zweiter Stelle liegende Tobias Woltering mit Arpeggio's Son, der nach einem Fehler an Sprung sieben auf den Bronzerang zurückfiel (9,45). Oder auch Janine Rijkens mit Pikeur Ludwig, Siegerin der ersten Wertungsprüfung und Vierte nach zwei Wertungsprüfungen. Sie hatte im ersten Umlauf acht Strafpunkte und schied in der zweiten Runde nach einem unfreiwilligen Abgang vom Pferd aus.
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