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DM Zweispänner 2010: Sechster Titel für Sebastian Warneck
Der alte ist auch der neue Deutsche Meister. Sebastian Warneck hat zum sechsten Mal den nationalen Titel gewonnen. Silber ging an Reinhard Burggraf und Bronze an Arndt Lörcher.
Sebastian Warneck führte nach Dressur und Gelände und musste somit als letzter Starter in den Kegelparcours. Reinhard Burggraf lag mit 3,6 Punkten hinter ihm auf Platz zwei und hatte sich im Parcours zwei Fehler erlaubt, so dass der Vorsprung für Warneck noch größer geworden war. "Ich habe an Hindernis zehn Sand ins Auge bekommen und konnte nicht mehr richtig sehen", sagte Burggraf, bei dem die Bälle an Hindernis elf und zwölf fielen. Dann fuhr Warneck ein. "Ich war schon nervös, denn vor zwei Wochen in Riesenbeck hatte es ja nicht geklappt", sagte Warneck nach seinem Sieg. In Riesenbeck hatte er ebenfalls geführt, hatte aber im abschließenden Kegelfahren den Sieg an Burggraf vergeben. Bei Warneck fiel ein Ball an Hindernis elf. "Aber die Zeit ist gut, dass müsste klappen", sagte Bundestrainer Eckardt Meyer. Als Warneck durchs Ziel fuhr, hatte er die erlaubte Zeit zwar überschritten, aber es reichte zum Sieg. Musik ertönte aus den Lautsprechern und Warneck ließ einen Freudenschrei los.
Das Hindernisfahren würfelte die Platzierungen noch einmal gründlich durcheinander. So fuhr Arndt Lörcher, der zuvor mit seinen Haflingern bei der Deutschen Meisterschaft der Pony-Zweispänner schon Platz zehn belegt hatte, die erste fehlerfreie Runde. Er bekam lediglich vier Strafpunkte wegen Zeitüberschreitung, erzielte damit aber immer noch das beste Ergebnis der 23 Meisterschafts-Teilnehmer. Von Platz sechs holte er sich damit sogar noch die Bronzemedaille. "Da habe ich überhaupt nicht mit gerechnet, ich hätte vorher gedacht, dass eventuell Platz vier noch möglich wäre", sagte Lörcher, für den das nach Platz fünf bei der DM im vergangenen Jahr der größte Erfolg mit seinen Großpferden ist. Hans-Georg Schröder, der zuvor auf Platz drei gelegen hatte, kam mit 12,82 Fehlern ins Ziel und rutschte auf Platz vier ab. "Ich bin schon enttäuscht," gab er zu. Auch Stefan Schottmüller fiel mit 20,06 Punkten von Platz vier auf sieben. Platz fünf ging an Tino Bode, Platz sechs an Adolf Fischer. Lothar Bachmeier kam auf Platz acht und Lokalmatador Sascha Jäger auf Platz sieben. "Ich bin sehr zufrieden, schließlich habe ich hier auch noch die Turnierleitung gemacht und bin im Vorfeld auch nicht viel zum Trainieren gekommen", sagte Jäger zu seiner Platzierung. Platz zehn ging an Mario Junghanns.
Bei den Pony-Zweispännern konnte es am Ende der Deutschen Meisterschaft nicht mehr spannender werden. Nach Dressur und Geländefahren führte der Titelverteidiger Stephan Koch mit 2,49 Punkten Vorsprung. Das bedeutete, dass kein einziger Ball bei ihm fallen durfte, denn der hätte drei Fehler gekostet. Auf Rang zwei und somit als zweitletzter Starter musste Dieter Baackmann in den Kegelparcours. Er fuhr rasant durch die Tore. "Die Zeit müsste reichen", sagte Vereinskollege Lars Heidotting als Baackmann beim Stangenhindernis angekommen war. Und er behielt Recht. Ohne Fehler und in der erlaubten Zeit kam Baackmann ins Ziel und setzte Stephan Koch somit unter Druck. Der verlor in den Wendungen etwas mehr Zeit als Baackmann. Um in der Zeit zu bleiben, riskierte er zum letzten Hindernis zu viel und der Ball fiel. Hinzu kamen zwei Zeitfehler, so dass er auf Rang zwei zurückfiel.
"Ich freue mich auch über Silber, man kann nicht immer gewinnen", sagte der dreifache Deutsche Meister. "Chita ist toll gefahren, tolle Dressur, toller Marathon und ein ganz starkes Kegelfahren", sagte Koch über Dieter Baackmann, der zum ersten Mal Deutscher Meister wurde. Mit Platz zwei in der Dressur und Platz drei im Gelände hatte Baackmann den Grundstein für seinen ersten Titel gelegt. Er kam am Ende auf 106,52 Punkte vor Koch mit 109,03 Punkte. "Die Dressur war schon super, das Gelände noch besser, das Kegelfahren war auch gut, das war schon verrückt", freute sich Baackmann, der vor einigen Wochen schon beim internationalen Turnier im niederländischen Giethmen gewonnen hatte. "Im Gelände war er immer gut, aber in der Dressur hat er sich wirklich gewaltig verbessert", sagte Meyer.
Auch Dennis Schneiders zeigte eine souveräne Runde im Kegelparcours und konnte mit lediglich 1,5 Fehlern für Zeitüberschreitung seinen dritten Rang nach Dressur und Platz zwei im Gelände in die Bronzemedaille verwandeln (114,03 Punkte). Mit Platz vier und 115,85 Punkten verpasste Mannschaftsweltmeister Steffen Brauchle knapp eine Medaille. Hubertus Häringer kam auf Platz fünf (119,85) vor Carola Diener auf Platz sechs (124,79). Die 22-jährige Carola Diener, Stallmeisterin beim mehrfachen Vierspänner-Weltmeister Christoph Sandmann, war am vorherigen Wochenende in Viernheim noch Deutsche Jugendmeisterin in der Konkurrenz der Zweispännerpferde geworden. Sie hatte sich durch ihren Sieg im Marathon und eine fehlerfreien Runde im Kegelparcours von Platz 17 nach der Dressur über Platz neun auf Platz sechs vorgearbeitet.
Platz sieben ging an Thomas Genkinger (129,97) vor Lars Heidotting (132,91) auf Platz acht. Fabian Gänshirt (133,06) belegte Platz neun, Platz zehn ging an Arndt Lörcher (135,51) mit seinen Haflingern. Er hatte vor dem Kegelfahren noch auf Platz acht gelegen, dann rutschte ihm im Stangenhindernis eine Leine weg und auf der rutschigen Holzbrücke kam ein Pferd ins Straucheln, fing sich aber wieder. "Wären die zwei Fehler nicht gewesen, hätte es bestimmt besser ausgesehen", sagte Lörcher nach seiner Runde, die er mit 14 Punkten beendete und dadurch auf Platz zehn abrutschte.
In der Mannschaftswertung um den Länderpokal siegte bei den Zweispännern das Team aus Baden-Württemberg mit Lothar Bachmeier, Stefan Schottmüller und Eberhard Schäfer vor den Mannschaften aus Hessen und Westfalen.Den Länderpokal bei den Ponys gewann das Team aus Weser-Ems mit Dennis Schneiders, Carola Diener und Christoph Weihe vor Westfalen und Baden-Württemberg.
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