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Meredith Michaels-Beerbaum greift nach dem Titel der Herren

Die Herren im Springsattel fürchten sie bei jeder sportlichen Aufgabe und nun macht sie ihnen auch noch bei „ihren“ Deutschen Meisterschaften das Leben schwer.

  
Meredith Michaels-Beerbaum hat sich entschlossen, bei den nationalen Titelkämpfen, die im Olympiajahr traditionell beim Balve Optimum ausgetragen werden, in der Wertung der Herren an den Start zu gehen und meisterte diese erste Herausforderung mit Bravour. Ihr 13-jähriger Hannoveraner Checkmate präsentierte sich in den zwei Umläufen des Preises der Balver Josef Jost GmbH frisch und agil und sprang spielerisch über die von Frank Rothenberger aufgebauten Hindernisse. Null Fehler und 75,01 Sekunden standen am Schluss auf der Anzeigetafel – Platz eins. „Checkmate ist seit Wochen in einer super Form“, strahlte die 38-Jährige, „aber es ist natürlich trotzdem etwas Besonderes hier bei den Deutschen Meisterschaften so gut abzuschneiden.“ Die Aussichten, als erste Dame den Titel bei den Herren zu ergattern, beurteilt Meredith Michaels-Beerbaum so: „Es würde mich sehr freuen, die Goldmedaille zu gewinnen. Aber ich bin auch realistisch und weiß, dass schnell Fehler passieren können.“

Hinter der Erfolgreichen folgte ein sympathisches Paar, das Experten vielleicht nicht unbedingt ganz oben auf der Favoritenlisten notiert hatten: Jörg Kreutzmann und Sauternes ter Vlucht (0/75,91 Sekunden). Der Ausbilder aus Neumünster hat den 13-jährigen Wallach im vergangenen Februar zur Verfügung gestellt bekommen und der engagierte Braune konnte sportlich fast noch nichts. Kreutzmann baute ihn behutsam auf, startete in L-Springen und verdiente sich schnell auch in der schweren Klasse goldene Schleifen, dazu gehörte unter anderem der erste Platz im Großen Preis von Bremen. „Sauternes ter Vlucht hat eine sehr gute Kondition, unwahrscheinlich viel Potenzial und ist immer sehr vorsichtig“, beschreibt der 40-Jährige seinen Partner. Und seine Pläne für das Balve Optimum? „Ich würde mich gerne für das CHIO in Aachen qualifizieren, vielleicht passt das ja.“

Mit Rang drei wurden Alois Pollmann-Schweckhorst und Lord Luis belohnt (0/76,60 Sekunden). Der Reiter, der vielerorts auch schon als potenzieller Olympiakandidat gehandelt wird, lebte jahrelang in Warstein und genießt immer noch die besondere Anerkennung des Sauerländer Publikums. „Nach Balve kommt man immer gerne zurück. Es ist ein besonderer Anziehungspunkt“, weiß der 44-Jährige. Und sein gutes Ergebnis erklärt er so: „Der Vater von Lord Luis ist der Holsteiner Lasino, den Jörg Kreutzmann geritten hat. Er hat mir ein paar Tipps gegeben und zwischen Vater und Sohn erkenne ich einige Parallelen.“

Noch zwei weitere Paare haben nach der ersten Wertung eine lupenreine Weste: Ludger Beerbaum mit Coup de Coeur und Mario Stevens mit Mac Kinley. Der Beerbaum-Schüler machte in Wocklum seine Sache besonders gut: Er steht mit D’Avignon und einem Zeitfehler außerdem auf Rang sechs.


Vor den Herren hatten die Damen bereits den Parcours in Wocklum für ihre erste Wertungsprüfung in Anspruch genommen: 29 Paare traten an – es galt einen Umlauf zu bewältigen. Und da sprang eine junge Amazone zu höchsten Ehren, die darüber hinaus auch noch im Sauerland beheimatet ist: Die 22-jährige Kathrin Müller aus Arnsberg brillierte im Preis der Chemie Wocklum mit ihrem zwölfjährigen Oldenburger Wallach Carlos v. Contender. Die Zwei ließen sich nichts zu Schulden kommen und belegten mit null Fehlern in 68,50 Sekunden Platz eins. „Mein Ziel war es, unter die ersten Fünf zu kommen und der Tag hat bestätigt, dass man das erreichen kann“, strahlte die Reiterin, die sich mit ihrer Vorstellung eine gute Ausgangsposition für die Abschlusswertung erkämpft hat. Und nicht nur mit Carlos präsentierte sich die Schülerin von Otto Becker vorbildlich. Mit ihrem 13-jährigen Westfalen Marius platzierte sie sich auf Rang vier (0/70,26 Sekunden). „Der Parcours war sehr anspruchsvoll, aber meine Pferde haben gezeigt, dass sie gut in Schuss sind“, zog die Sportlerin Bilanz. Die Deutschen Meisterschaften sind das große Saisonziel von Kathrin Müller – dafür nahm sie sich extra eine einjährige Auszeit vom Studium der Sportwissenschaften. Und als Arnsbergerin ist die mitgereiste Fan-Gemeinde natürlich groß: Familie Müller und viele Freunde sind nach Wocklum gekommen, um die Titelanwärterin zu unterstützen.

Auf der zweiten Position nahm Anna-Maria Jakobs mit Georgenhof’s Lausejunge Platz (0/68,81 Sekunden). Die 25-Jährige verfügt bereits über DM-Erfahrungen: 2005 sprang sie in Verden mit ihrem Hengst zur Silbermedaille. Pia-Luise Aufrecht und Stute Sandy schlossen die erste Wertung mit Platz drei ab (0/69,51 Sekunden).

Strahlender Sonnenschein, über 2.000 Besucher und circa 500 eingeladene Schulkinder genossen den zweiten Turnier-Tag des Balve Optimums. Josef Jost von der Balver Zinn Josef Jost GmbH gehörte zu den Initiatoren der Schulkinder-Aktion. „Als ansässiger Unternehmer ist man es der Region schuldig, sich hier mit einzubringen. Für die Kinder war es ein wunderbares Ereignis und wenn das Wochenende so weiter durchläuft, werden wir hier Spitzensport auf allerhöchstem Niveau erleben“, so Josef Jost.



Ergebnisdienst:

Springprüfung Kl. S; DM 1. Wertung im Springreiten

1. Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit Checkmate 0 Fehler/75,01 Sekunden,

2. Jörg Kreutzmann (Neumünster) mit Sauternes ter Vlucht 0/75,91,

3. Alois Pollmann-Schweckhorst (Mühlen) mit Lord Luis 0/76,60,

4. Mario Stevens (Lastrup) mit Mac Kinley 0/77,44,

5. Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Coup de Coeur 0/78,05,

6. Mario Stevens mit D´Avignon 1/80,37


1. Wertungsprüfung Damen

1. Kathrin Müller (Arnsberg) mit Carlos 0 Fehler in 68,50 Sekunden

2. Anna-Maria Jakobs (Münster) mit Georgenhof’s Lausejunge 0/68,81

3. Pia-Luise Aufrecht (Affalterbach) mit MCB Sandy 0/69,51

4. Kathrin Müller (Arnsberg) mit Marius 0/70,26

5. Eva Bitter (Münster) mit Argelith Niels 0/71,04



Youngster Springprüfung Kl. M (2. Qualifikation)

1. Christian Ahlmann (Marl) mit Little Pezi 0 Fehler/64,35 Sekunden

2. Jörg Kreutzmann (Neumünster) mit Gut Neuenhofs Lea 0/65,33

3. Henrik Griese (Ravensberg) mit Dark Angel 0/66,47

4. Florian Meyer zu Hartum (Münster) mit Little Tom 0/66,69

5. Thomas Voß (Schülp) mit Cracker Jack 0/67,53

1 Kommentare

verena schrieb am 08.06.2008
Gibt es einen Grund, warum die Nummer 7 bei der ersten Wertungsprüfung der DM nicht genannt wird?

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