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Deutsche Meisterschaften
Vielseitigkeit Schenefeld 2008 1062
Finalpruefung Springen 1065
DM Vielseitigkeit: Frank Ostholt ist neuer Deutscher Meister
Frank Ostholt ist neuer Deutscher Meister in der Vielseitigkeit. In Hamburg-Schenefeld sicherte sich der Mannschafts-Olympiasieger aus Warendorf mit seinem 13-jährigen Hannover Wallach Air Jordan zum dritten Mal den nationalen Titel.
Mit dem besten Dressurergebnis des Teilnehmerfeldes von 41,8 Minuspunkten übernahm Frank Ostholt bereits nach der ersten Teilprüfung die Führung und gab diese weder im Gelände noch im Springen wieder ab. Dennoch machte es der neue Meister im Parcours noch einmal spannend. Unter Druck gesetzt durch eine Nullrunde der bis dahin drittplatzierten Beeke Kaack (Endstand 44,6) leistete sich Frank Ostholt zwar keinen Abwurf, verbrauchte jedoch den ohnehin schon geringen Vorsprung durch zwei Zeitfehler bis auf knappe 0,8 Punkte. "Ich hatte mit meinen zweiten Pferd Little Paint zwei Abwürfe und bin daher mit Air Jordan ganz kontrolliert geritten. Ich war mir auch nicht ganz sicher, ob es mit der Zeit reicht. Als durch den Lautsprecher kam: 'Kein Abwurf, aber...', da dachte ich schon, das war's", so Ostholt. Das wäre es auch gewesen, wenn sich seine bis dahin engste Verfolgerin Simone Deitermann nicht einen Abwurf geleistet hätte. Damit landete sie mit einem Endstand von 47,0 Punkten auf dem Bronzerang vor Kai Rüder, dem mit Leprince de Bois dank einer Nullrunde im Springen fast noch der Sprung aufs Treppchen gelungen wäre (49,1). Fünfter der 45. Deutschen Meisterschaft wurde Ostholts Olympia-Teamkollege Andreas Dibowski mit Nachwuchspferd FRH Fantasia.
Mit seinem Sieg steht Frank Ostholt nun in einer Reihe mit Otto Ammermann, Dr. Matthias Baumann, Ingrid Klimke und Bettina Hoy, die den Meistertitel in der Vielseitigkeit ebenfalls drei Mal erringen konnte. Unangefochtene Nummer eins der Titeljäger bleibt allerdings Horst Karsten, der im Laufe seiner Karriere fünf Mal ganz oben auf dem Treppchen stand. "Ich habe einen unglaublichen Lauf in diesem Jahr", strahlte Ostholt nach seinem Sieg. Diese begann im Frühjahr mit dem Sieg im Berufsreiterchampionat Vielseitigkeit und führte über Goldmedaillen bei den Westfälischen Meisterschaften, bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft in Hünxe und den Olympischen Spielen und nun bei der Deutschen Meisterschaft. Und noch ist die Saison für den Warendorfer nicht zu Ende. So stehen für ihn unter anderem noch drei bedeutende Turniere in Frankreich auf dem Programm: das Weltcupfinale in Deauville, die Vier-Sterne-Prüfung in Pau sowie die Weltmeisterschaften des Jungen Vielseitigkeitspferdes in Lion d'Angers.
Insgesamt gingen in Schenefeld 21 Paare in der Weltcupqualifikationsprüfung an den Start, 17 Paare bewarben sich um den Meistertitel. "Sicher fehlten durch die Olympischen Spiele einige gute Paare in Schenefeld, auch die Weltcupprüfung im französischen Cherbourg am vergangenen Wochenende hat uns einige Starter gekostet. Aber gerade in der Deutschen Meisterschaft hatten wir ein sehr gutes Starterfeld. Dazu kommen ja noch die Teilnehmer an der nationalen S-Prüfung, die speziell für jüngere Reiter und Pferde ausgeschrieben war und in der wir einige sehr vielversprechende Kombinationen gesehen haben", sagte dazu Bundestrainer Hans Melzer.
In der nationalen S-Prüfung gelang der 21-jährige Sandra Auffarth mit dem selbstgezogenen Oldenburger Carlos ein Start-Ziel-Sieg vor dem niederländischen Olympiareiter Tim Lips mit Van Schijndel's Owaola und Vorjahressiegerin Julia Mestern, die in diesem Jahr im Sattel von Hamlett saß. Überschattet worden war diese Prüfung durch den Sturz des für Kroatien reitenden Pepo Puch am Geländetag. Der Reiter war an Hindernis fünf unglücklich von seinem Pferd Lady Voltaire gestürzt und daraufhin zur weiteren Untersuchung in eine Hamburger Spezialklinik gebracht worden. Wie von dort zu hören war, hat sich sein Zustand inzwischen minimal gebessert. In einer entsprechenden Pressemitteilung wurde von einer positiven Tendenz gesprochen.
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