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EM Windsor 2009: Silber hängt am Nagel

Hängt die Medaille an den Nagel, stand auf einem Transparent der mitgereisten deutschen Schlachtenbummler beim Einzelfinale der Springreiter bei den Europameisterschaften im britischen Windsor geschrieben.

  
Und der Wunsch ging in Erfüllung. Carsten-Otto Nagel gewann mit seiner elfjährigen Holsteiner Schimmelstute Corradina die Silbermedaille und damit erstmals Einzel-Edelmetall bei einem internationalen Championat. Neuer Europameister ist der für Frankreich startende Kevin Staut mit Kraque Boom*Bois Margot, Bronze ging an den Niederländer Albert Zoer mit Oki Doki.

Spannend bis zum Schluss waren die Europameisterschaften im Springen, denn alle Reiter  gingen mit Fehlern in das heutige Einzelfinale der besten 25 Paare. Der Grund war vor allem der schwere Parcours im Nationenpreis, der dafür sorgte, dass die Hindernisstangen reihenweise fielen und sich der Teamwettbewerb zu einem Herzschlagfinale entwickelte. Bis zum letzten Reiter war nicht klar, welche Mannschaften am Ende auf dem Siegerpodest stehen würden. Die deutschen Springreiter zitterten bis zum Schluss und gewannen schließlich Bronze. Springreiter Carsten-Otto Nagel kam nach dem Nationenpreis auf den Geschmack. "Ich will noch eine Medaille", zeigte er sich vor dem Einzelfinale in Angriffslaune. Und seine Chancen standen nach insgesamt drei vorhergegangenen Umläufen nicht schlecht. Nagel und Corradina erlaubten sich bis zu diesem Zeitpunkt 9,64 Strafpunkte und rangierten zwischenzeitlich als bestes deutsches Paar auf Rang sieben. Der Abstand auf Bronze betrug lediglich 2,24 Strafpunkte, auf Gold etwas mehr als einen Springfehler (5,17). "Wir haben unser Ziel mit der Teammedaille erreicht. Alles was jetzt kommt, ist Zugabe", sagte Bundestrainer Otto Becker. Auch die weiteren drei Deutschen waren im Finale startberechtigt: Titelverteidigerin Meredith Michaels-Beerbaum mit Checkmate (12.31, Platz 10), der Weltranglisten-Erste Marcus Ehning mit Plot Blue (13,80, Platz 14) und EM-Debütant Thomas Mühlbauer mit Asti Spumante (14,43, Platz 16. Platz).

Bereits nach der ersten von zwei Finalrunden wurde das Ranking durcheinandergewirbelt, so dass in der Meisterschaftswertung vor dem Finalumlauf der Niederländer Albert Zoer mit Oki Doki (7,18) die Führung übernahm. Carsten-Otto Nagel arbeitete sich mit einem Null-Fehlerritt vom siebten auf den dritten Platz ( 9,64) vor, unmittelbar hinter dem Franzosen Kevin Staut mit Kraque Boom*Bois Margot (9,42). Neben Nagel gelangen auch Michaels-Beerbaum (Platz 6/12.31) und Thomas Mühlbauer (Platz 12/14,43) fehlerfreie Ritte. Der EM-Neuling Mühlbauer freute sich nach seinem Ritt besonders über seine Nullrunde: "Da ich schon zu viele Fehler auf meinem Konto hatte, habe ich zwar nichts mehr mit der Medaillenvergabe zu tun, aber ich bin super glücklich, dass ich in Runde eins 'null' bleiben konnte." Marcus Ehning hingegen musste mit Plot Blue zwei Abwürfe (Platz 22/21,80) hinnehmen und verzichtete zur Schonung des Pferdes auf eine Teilnahme an der zweiten Runde. "Besser ich habe zwei Abwürfe und die anderen bleiben ohne Fehler, als dass alle jeweils einen Abwurf kassieren. Das hätten wir gerne im Nationenpreis gehabt. Für mich ist heute Schluss", so Ehning.

Bundestrainer Otto Becker zog ein positives Zwischenfazit: "Alle drei sind gut geritten und sie merken jetzt, was sie können. Das Selbstbewusstsein ist von Ritt zu Ritt gestiegen, allerdings spielen im zweiten Umlauf die Nerven eine wichtige Rolle." Die drei deutschen Reiter hatten ihre Nerven im Griff und schafften alle den Sprung unter die besten zehn. Carsten-Otto Nagel schob sich mit einer Nullrunde vom dritten auf den zweiten Platz vor, Thomas Mühlbauer leistete sich lediglich einen Zeitfehler und verbesserte sich vom zwölften auf den fünften Platz (15,43) im Endklassement. Meredith Michaels-Beerbaum kam im zweiten Umlauf auf fünf Strafpunkte und wurde am Ende Neunte. Der bis dato führende Albert Zoer (11,18) kassierte gleich am ersten Hindernis einen Abwurf, von dem Kevin Staut (9,42) wie auch Carsten Otto Nagel (9,64) profitierten, und fiel damit auf Platz drei zurück. "Ich dachte im Vorfeld, dass eine Platzierung unter den besten fünf möglich sein würde und habe von einer Medaille geträumt. Ich bin überglücklich, dass mein Pferd heute zwei Nullrunden gezeigt hat und ich Silber gewonnen habe", so der neue Vizeeuropameister.

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