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EM Vielseitigkeit 2009: Guter erster Tag für Deutschland

Bundestrainer Hans Melzer zeigte sich heute mit dem Abschneiden seiner Reiter bei den Vielseitigkeits-Europameisterschaften im französischen Fontainebleau sehr zufrieden.

  
Nach der ersten Hälfte der Dressurprüfung liegen nicht nur zwei deutsche Paare in der Einzelwertung vorne, auch die Mannschaft hat die Führung übernommen. "Wir wollen hier gewinnen", bekräftigte der Bundestrainer noch einmal das Ziel der Deutschen.

Der erste Tag der EM begann bereits gut. Als dritter Starter musste Michael Jung (Horb) mit FBW La Biosthetique Sam aufs Viereck und legte ein Ergebnis von 45,0 Minuspunkten vor. "Es war eine tolle Dressur für Sam. Er ging sehr korrekt, schön ruhig in den Lektionen. Ich hatte die ganze Zeit ein gutes Gefühl", sagte Jung zufrieden nach seinem Ritt. Allerdings hätte er sich ein paar bessere Noten gewünscht, doch die Richter erwiesen sich zu Beginn der Prüfung als streng. "Jetzt muss man einfach abwarten und hoffen, dass sie das Niveau beibehalten", sagte Jung.

Am Ende des Tages belegte er mit seinem Ergebnis Platz vier. Lediglich drei Paare kamen in der Dressur besser davon als der Weltcup-Sieger. Unter ihnen Frank Ostholt, der als zweiter Teamreiter Michael Jung um knapp fünf Punkte unterbieten konnte und damit seinem Ziell, "neben Mannschaftsgold auch eine Medaille in der Einzelwertung zu holen", ein Stück näher kam. Sein Ergebnis von 39,2 war am ersten Tag nicht mehr zu schlagen, auch nicht von dem Briten William Fox-Pitt. Dieser musste mit Idalgo direkt nach dem Warendorfer aufs Viereck und kam auf 41,5 Minuspunkte.

Noch dichter heran an Ostholt kam mit 39,6 Minuspunkten der letzte Starter an diesem Tag, der deutsche Einzelreiter Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Gadget de la Cere, der damit Platz zwei im Zwischenklassement belegt. "Gagdet geht vor Publikum nochmal besser als bei der Arbeit", lobte der 31-Jährige sein Pferd. Nur einmal habe er vor dem Einreiten noch einmal "Nerven bekommen". Als sich herausstellte, dass Gadget de la Cere beim Wechsel vom Vorbereitungs- auf den Dressurplatz, von Sandboden auf Gras, etwas verhalten reagierte. Im Viereck selbst zeigte sich der Wallach jedoch von seiner besten Seite, wie schon bei der Deutschen Meisterschaft in Schenefeld. Dort hatte das Paar nach Dressur geführt, hatte im Gelände "allerdings einen kleinen Ausfall".

Nicht an seine Dressurleistung von Schenefeld anknüpfen in Fontainebleau dagegen der DM-Dritte und Championatsneuling Kai-Steffen Meier (Waldbröl) mit Karascada M. Nach einem guten Start verspannte sich die nur knapp 1,60 Meter große Rappstute zunehmend. "Wenn sie so unter Spannung steht, kann sie sich von jeder Kleinigkeit ablenken lassen", sagte ihr Reiter. Sei es vom Klicken der Fotoapparate, sei es von der Geräuschkulisse der im Schatten liegenden Tribüne. Wie Schrade startet auch der mit 26 Jahren Jüngste im deutschen Aufgebot als Einzelreiter. "Für die Mannschaft zu reiten, wäre auch ein 'Schock' gewesen", sagte er schmunzelnd. "Aber ein besseres Ausgangsergebnis hätte ich mir schon gewünscht, vor allem nach dem guten Ergebnis in Schenefeld." Mit einem Ergebnis von 61,2 Minuspunkten rangieren die Championatsneulinge auf Platz 27 im vorläufigen Zwischenstand.

Nach der ersten Hälfte der Dressur führt Deutschland mit 84,2 Punkten vor Großbritannien (98,2) und Gastgeber Frankreich (101,3). "Das Verhältnis wird morgen aber noch enger werden, denn die Briten schicken mit Kristina Cook mit Miners Frolic und Oliver Townend mit Flint Curtis noch zwei starke Paare ins Rennen", sagte Bundestrainer Hans Melzer. Insgesamt bewerben sich 65 Teilnehmer aus 18 Nationen um den Titel des Europameisters, acht Nationen stellen ein Team.

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