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Europameisterschaften
EM Vielseitigkeit Junioren Bad Segeberg 2010 2393
Wertungspruefung Dressur 2394
EM Vielseitigkeit Junioren 2010: Deutsche Mannschaft führt nach Dressur
In Bad Segeberg ist heute die Dressurprüfung als erster Teil der Junioreneuropameisterschaften Vielseitigkeit zu Ende gegangen.
Zunächst hatte es allerdings nicht nach einem deutschen Erfolg ausgehen. Der erste deutsche Teamreiter Ben Leuwer (Königswinter) brauchte im Viereck sein ganzes Können, um sein Pferd in der Spur zu halten. "Cappuccino war schon beim ersten Test auf dem Platz hier ein bisschen grellig. Als ich allerdings auf den Vorbereitungsviereck kam, war er noch relativ relaxed - bis der Beifall für den schwedischen Reiter vor mir kam. Und beim Einsetzen der Musik war dann alles zu spät. Ich konnte da nichts anderes machen, als ihn ganz vorsichtig zu Ende reiten, sonst wäre er 'explodiert'. Schade, als erster Reiter sollte man ja eine gute Vorleistung fürs Team bringen. Enttäuscht bin ich natürlich auch sehe, dass hier sehr hohe Noten gegeben werden. Wenn alles gut gegangen wäre, dann hätte das eine 'kleine 40' statt einer kleinen '60' geben können", sagte Leuwer. Noch ist die für den 17-jährigen zweimaligen Pony-Mannschaftseuropameister die EM nicht zu Ende. "Richtig nach vorne damit kommen, kann man sicher nicht mehr. Mein Ehrgeiz ist aber jetzt geweckt, mit diesem Ergebnis wenigstens auch zu beenden."
"Schade für Ben. Er hat das Beste aus der Situation gemacht", sagte Einzelreiterin Celina Nothofer mitfühlend. Für sie selbst und den selbst gezogenen siebenjährigen Simba lief es auf dem Viereck deutlich besser. Sie übernahm mit nur 35,2 Minuspunkten die Führung. "Mit dem Ergebnis habe ich aber nicht gerechnet. Meine Dressurtrainerin Merry Ingensand meinte zwar, dass eine Note von Ende 30 drin ist. Aber eine 35,2?", sagte die 17-Jährige. Sie betonte aber auch "Dressur ist einfach Simbas Stärke." Mit ihrer Note übertrumpfte sie die zweite deutsche Teamreiterin Alina Meister mit Hill Dream AA, die bis dahin mit einer glatten 39,0 an erster Stelle gelegen hatte. "Ich hatte noch nie ein Ergebnis unter 40 Minuspunkten. Dass es genau hier passiert, ist natürlich toll", freute sich schleswig-holsteinische Reiterin. Sie geht in Bad Segeberg die Rolle der Lokalmatadorin, was für sie zugleich Druck und Motivation bedeutet? "Es ist von jedem ein bisschen was. Man muss das so für sich umwandeln, nicht denken 'oh Gott, jetzt gucken alle', sondern es als Ansporn betrachten."
Nach dem Motto "Jetzt erst recht" folgten die beiden weiteren Teamreiter Josephine Wilms (Berkamen) mit Corvette D und Schlussreiter Dustin Albrecht Meisters Beispiel und sorgten mit ihren Ergebnissen für einen deutschen Teilsieg (124,6 Minuspunkte) vor Großbritannien (130,7) und Frankreich (135,3). Josephine Wilms kam als dritte deutsche Teamreiterin auf 46,0 Minuspunkte (Platz 16), Dustin Albrecht unterbot als vorletzter Starter noch einmal die 40er Marke und belegte mit 39,6 Minuspunkten den dritten Platz. "Das Gefühl war heute gut. An den Tagen vorher war es noch nicht hundertprozentig. Auch heute waren noch kleinere Fehler drin, aber mit dem Ergebnis komme ich gut klar", sagte der 17-Jährige schmunzelnd. Erst seit diesem Jahr sitzt der Ponyumsteiger im Sattel von Locsley, den seine Mutter Heidrun Albrecht ihm für die Vielseitigkeit abgetreten hat. Wie seine Kolleginnen wagte er für den Geländetag keine eindeutige Prognose: "Der Kurs ist ziemlich technisch, da wird sich morgen noch einiges tun."
Bis auf Ben Leuwer (63,5/Platz 62) konnten sich alle deutschen Teilnehmer gute Ausgangspositionen für die kommenden Aufgaben verschaffen. Lara Adelhelm (Kirchberg) landete mit dem selbst gezogenen Württemberger Gentano mit 42,3 Minuspunkten Platz acht, dicht gefolgt von ihrer baden-württembergischen Mitstreiterin Sarah Schuler (Egenhausen) mit Uso (43,10/Platz). In den Top 30 beendeten die drei übrigen deutsche Teilnehmer die erste Teilprüfung der EM: Christoph Wahler (Bad Bevensen) mit Federleicht (48,1/Platz 23), Liza Balduff (Twistetal) mit Pinot (48,5/Platz 26) und Nele Spiering (Elmenhorst) mit Mayenne (48,8/Platz 27). Equipechef Matthias Otto-Erley (Sprockhövel) zog daher ein positives erstes Fazit: "Wir sind hier mit zehn deutschen Reitern, von denen neun Bestleistungen gebracht haben. Das ist ein tolles Ergebnis", sagte er und ergänzte: "Aber morgen ist ein neuer Tag!"
3 Kommentare
pgmbfdqva schrieb am 21.05.2012
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