Gold für Meredith und Bronze für Ludger
Neue Europameisterin der Springreiter ist Meredith Michaels-Beerbaum mit Shutterfly. Bei der EM in Mannheim behielt die 37-Jährige, die nach den drei Umläufen der beiden ersten Wertungsprüfungen an dritter Stelle lag, eiserne Nerven.
In einem dramatischen Finale der FEI Europameisterschaft der Springreiter in Mannheim gelang es den Schützlingen des deutschen Bundestrainers Kurt Gravemeier am Sonntagnachmittag, den Medaillensatz des Gastgeberlandes zu vervollständigen. Nach Silber im Nationenpreis am Freitag sicherte sich im Einzelfinale Meredith Michaels-Beerbaum die Goldmedaille vor Weltmeister Jos Lansink (Belgien), Bronze gewann der für den Reiter-Verein Mannheim startende Ludger Beerbaum.
Vor dem ersten Umlauf als Zweitplatzierter ins Rennen gegangen, musste der Lokalmatador auf dem 16-jährigen Hengst Goldfever am vorletzten Hindernis einen Abwurf hinnehmen und fiel damit auf Rang fünf zurück. Doch in Runde zwei bewiesen sowohl der Weltranglisten-Erste als auch Goldfever eiserne Nerven und übernahmen mit einer Nullrunde die Führung. Als in der Folge Christina Liebherr (Schweiz), die nach drei von fünf Durchgängen noch strafpunktfrei in Führung gelegen hatte, mit L.B. No Mercy aufgeben musste und der Norweger Morten Djupvik auf Bessemeinds Casino mit acht Fehlern am Ende auf Rang 10 zurückfiel, war Beerbaum zumindest eine Medaille sicher. Der Traum, nach dem Einzel-EM-Gold von 1997 an gleicher Stelle zehn Jahre später erneut zu triumphieren, endete dann jedoch mit dem nächsten Starter.
Scheinbar spielerisch leicht überwand Al-Kaheel Cavalor Cumano unter Jos Lansink die gewaltigen Hindernisse im MVV-Reitstadion und trotz eines Zeitfehlers übernahm das Weltmeister-Paar damit die Spitze. Auch die Freude des Belgiers währte indes nur kurz. Denn als letzte Starterin ging schließlich die Weltranglisten-Dritte Meredith Michaels-Beerbaum auf Shutterfly in die Bahn und blieb vor 11.000 begeisterten Zuschauern in der fünften Wertung dieser Europameisterschaft ein weiteres Mal ohne Abwurf. Mit nur 1,54 Strafpunkten während der gesamten EM-Woche sicherte sich die 37-Jährige damit die Goldmedaille.
„Das ist ein großartiges Gefühl“, jubelte sie wenig später. „Ich wusste, ich muss Null reiten, aber Shutterfly ist heute vom Allerfeinsten gesprungen. Schon vor dem Finale hatte ich ein sehr gutes Gefühl, war ruhiger als an den Tagen davor. Es hat einfach richtig Spaß gemacht, ihn zu reiten“, lobte Michaels-Beerbaum ihren 14-jährigen Wallach und bekannte: „Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Davon habe ich geträumt, seit ich ein kleines Kind war, und dass es mir jetzt gelungen ist, macht mich unheimlich stolz. Als ich nach Deutschland kam, sah ich Leute wie Ludger und Jos reiten und dachte, wie toll es wäre, einmal neben solchen Reitern zu stehen. Dass die beiden heute auf dem Podest links und rechts neben mir standen – und ein Stückchen tiefer als ich, das ist einfach unglaublich.“
Hoch zufrieden zeigte sich indes auch Ludger Beerbaum mit seiner Bronzemedaille. „Wenn mir vor vier oder acht Wochen jemand gesagt hätte, dass ich hier mit Goldfever Bronze holen würde, ich hätte es nie und nimmer geglaubt“, so der 43-Jährige.
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