Niederlande Gold - Deutschland Silber
Neuer Mannschaftseuropameister der Springreiter wurde in Mannheim das Team der Niederlande.
Mit einem Gesamtergebnis von 7,37 Strafpunkten nach dem Zeitspringen sowie den beiden Umläufen des Nationenpreises am Donnerstag und Freitag wiederholte die Mannschaft ihren Erfolg der Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in Aachen. Bereits nach dem dritten Reiter brandete der Jubel im Team der Niederländer auf: Albert Zoer hatte mit seinem Null-Fehler-Ritt auf dem elfjährigen Wallach Okidoki seiner Equipe den Sieg im Preis von MVV Energie und damit den Mannschafts-Europameistertitel 2007 gesichert. Ein Erfolg, der ohne jeden Zweifel hoch verdient war, hatten die Niederländer bis zu diesem Zeitpunkt damit doch gleich sieben fehlerfreie Runden im Nationenpreis hingelegt.„Wir hatten alle ein richtig gutes Gefühl“, beschrieb Albert Zoer anschließend die Ausgangslage vor dem entscheidenden Durchgang. „Hier hat einfach alles gestimmt. Die Pferde gingen vom ersten Tag an richtig gut, und es wurde eigentlich immer besser.“ Dennoch, ergänzte der Olympiasieger von 2000, Jeroen Dubbeldam, habe die Situation höchste Konzentration verlangt. „Wir standen schon unter großem Druck, weil vor diesem Umlauf an der Spitze alles so eng beisammen lag.“
Platz zwei und damit Silber ging an das Team von Bundestrainer und Equipechef Kurt Gravemeier, das auf insgesamt 9,18 Strafpunkte kam und damit trotz schlechter Begleitumstände eine ausgezeichnete kämpferische Leistung zeigte. Zwischen Bangen und Hoffen bewegte sich dagegen lange Zeit die Gemütslage im Team der Gastgeber. Zur tragischen Figur in der deutschen Equipe wurde abermals Marcus Ehning, dessen Stute Nolte’s Küchengirl auch im zweiten Umlauf am Einsprung zur dreifachen Kombination verweigerte und der damit erneut das frühe Streichergebnis geliefert hatte. Konnten im ersten Umlauf am Donnerstag Ehnings Teamkollegen mit drei fehlerfreien Ritten das Malheur des Borkeners noch ausgleichen, musste diesmal gleich der zweite deutsche Starter, der Doppel-Europameister von 2003 Christian Ahlmann auf Cöster, einen Abwurf hinnehmen. So war die Mannschaft von Bundestrainer Kurt Gravemeier bereits zur Halbzeit hinter die Niederlande zurückgefallen und musste gar um eine Medaille bangen. Doch mit zwei blitzsauberen Null-Fehler-Ritten sicherten schließlich Meredith Michaels Beerbaum auf Shutterfly und der für den Reiter-Verein Mannheim startende Weltranglisten-Erste Ludger Beerbaum auf Goldfever für das große Aufatmen und Rang zwei.
„Diese Silbermedaille bedeutete heute 100 Prozent, vor allem wenn man die Abstände betrachtet. Das sind weniger als zwei Zeitfehler, die am Ende entschieden. Und unter diesen Umständen war Silber wirklich das Maximale“, zeigte sich Ludger Beerbaum mit dem Abschneiden der deutschen Equipe hoch zufrieden. Und seine Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum ergänzte: „Man hat hier deutlich gesehen, dass Pferde einfach keine Maschinen sind. Und deshalb sind wir sehr, sehr stolz auf unsere Silbermedaillen.“
Die Bronzemedaille sicherte sich am Ende Großbritannien, das mit Michael Whitaker auf Suncal Portofino, David McPherson auf Pilgrim II, Ellen Whitaker auf Locarno und John Whitaker auf Peppermill die bis dato drittplatzierte Schweizer Mannschaft noch auf der Zielgerade abgefangen und letztlich auf Rang vier verdrängt hatte. Damit machte das Team von Derek Ricketts vor allem dem gebürtigen Südafrikaner David McPherson ein ganz besonderes Geschenk zu dessen 47. Geburtstag.
Auf den weiteren Plätzen folgten in der Mannschaftswertung: 4. Schweiz (18,13 Strafpunkte), 5. Schweden (19,65 Strafpunkte), 6. Norwegen (22,26 Strafpunkte), 7. Italien (24,53 Strafpunkte), 8. Spanien (25,69 Strafpunkte), 9. Ukraine (25,96 Strafpunkte) und 10. Belgien (26,45 Strafpunkte).
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