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Christian Ahlmann von den Olympischen Spielen suspendiert

Die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) hat Springreiter Christian Ahlmann (GER) von den Olympischen Spielen suspendiert.

  
Im Rahmen einer Medikationskontrolle am 17. August bei den Olympischen Spielen in Hongkong wurde bei seinem Pferd Cöster die Substanz Capsaicin nachgewiesen. Dies teilte das Legal Department der Internationalen Reiterlichen Vereinigung gestern gegen 20 Uhr dem Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Dr. Hanfried Haring, mit.

Im Anschluss wurde das Ergebnis der Medikationskontrolle dem Chef de Mission, Reinhard Wendt (Warendorf), und dem Reiter Christian Ahlmann mitgeteilt. Die internationale Reiterliche Vereinigung hatte heute zur Klärung des Sachverhaltes um 10 Uhr eine Anhörung angesetzt, die zu folgendem Ergebnis führte:

Christian Ahlmann wurde mit sofortiger Wirkung von den Olympischen Spielen ausgeschlossen und darf damit nicht am olympischen Finalspringen heute Abend teilnehmen. Damit tritt bei Olympischen Spielen die neue Regelung in Kraft, die vorsieht, dass Reiter und Pferd bereits nach einer positiven A-Probe vom Turnier suspendiert werden. Die Öffnung der B-Probe ist für Freitag, 22. August, um 10 Uhr im "Hong Kong Analytical Laboratory" vorgesehen.

"Die Beschleunigung des Verfahrens, die international unter besonderer Mitwirkung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung ins Leben gerufen wurde, ist genau richtig", bekräftigte Dr. Haring die neue Regelung. "Wir werden seitens der FN alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den Fall aufzuklären", so Haring weiter.
"Bei der Substanz Capsaicin handelt es sich um ein Extrakt der Chilischote, das zur oberflächlichen Behandlung auf der Haut angewendet werden kann", so der Mannschaftstierarzt Dr. Björn Nolting (Weilerswist). "Es hat in erster Linie einen durchblutungsfördernden Effekt", erklärt Nolting.

3 Kommentare

Verena schrieb am 28.08.2008
Wirklich schockierend ist für mich die Reaktion der Eignerin, Frau Jauß', die argumentiert, Equi-Block sei ein "bewährtes Mittel", das seit Jahren angewandt werde bei "Verspannungen im Rücken". Es ist aller Ehren wert, dem Reiter, dem sie seit Jahren ihre Pferde anvertraut, nicht öffentlich in den Rücken zu fallen, es macht einen aber unendlich traurig, sie die Argumentationslinie der ertappten Reiter von Lynch eben zu Ahlmann vollkommen übernehmen zu hören. Als enthusiastischer Reitsportfan wird man sich vielleicht nun vollends dem Freizeitsport zuwenden und nur noch mit den eigenen "unbehandelten" Pferden über die eigenen Hindernisse springen, auch wenn sie nicht olympische Maße haben. Sehr traurig!

franlunatotti schrieb am 21.08.2008
Der Ausschluss ist völlig gerechtfertig. Es ist schon schade für den Sport, man weiß gar nicht mehr, wem man noch trauen soll. Capsaicin kann auf die Haut aufgetragen, diese sensibilisieren. Im Fall eines Auftragens auf die Beine eines Springpferdes reagiert dieses schmerzempfindlicher auf Stangenkontakt. Was dies bedeutet kann sich ja jeder erschließen.\r\nSchockierend, dass laut Meldungen nur 15 Pferde (bis zum 17.08.) kontrolliert wurden. Umso schockierender, dass mit 4 Pferden über 25 % positiv getestet wurden - alle auf Capsaicin. Ich halte es für sehr zweifelhaft, dass alle Reiter das Mittel nur zur besseren Regeneration angewandt haben. Allerdings wird es wohl sehr schwer nachzuweisen sein, wo das Mittel angewandt wurde. Meines Wissens baut sich die Substanz sehr schnell ab - um den Fall des Dopings zu entsprechen muss die Substanz vorsätzlich angewandt worden sein - andernfalls ist es eine verbotene mittelschwere Medikation. Wie weißt man nach, ob etwas vorsätzlich geschah? Schade für den Reitsport, für alle Anhänger und Begeisterte sehr deprimierend und verunsichernd. Ich hoffe auf eine lückenlose Aufklärung - im Sinne des Sports!!!

huebiek schrieb am 21.08.2008
Der Ausschluß ist für alle voll gerechtfertigt. Diese Subtanzen dienen ja im Endeffekt der Stimmulierung des Organismus und sind nicht auf natürlichem Wege dem Tier in den Organismus gelangt. Damit wurde meiner Meinung nach bewußt manipuliert.

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