Hannelore Brenner: Paralympic-Siegerin im Dressurreiten mit Handicap
„Behindert ist nur der, der sich selbst behindert“ schreibt Hannelore Brenner auf ihrer Homepage. Die 45-Jährige ist seit einem Reitunfall im Jahre 1986 inkomplett querschnittgelähmt.
„Ich habe rundum das Gefühl, wirklich vollständig als Behinderte in unserer Gesellschaft integriert zu sein. Dafür spricht auch mein mir sehr wichtiger Freundeskreis, der sowohl aus Behinderten als auch aus Nichtbehinderten besteht. Ich bin der Überzeugung, dass Integration bei den Betroffenen selbst beginnt. Nur so können die Nichtbehinderten ihre Hemmungen verlieren.“Mit 12 Jahren begann Hannelore Brenner mit dem Reiten und war bis zu ihrem Unfall Vielseitigkeitsreiterin. Danach war sie jahrelang nur „Hobbyreiterin“ und konnte das Pferd einer Freundin reiten. Dieser kleine russische Traber mit Namen „Wasi“ schenkte ihr sehr viel Vertrauen, und so hatte sie bald das Bedürfnis, zu sehen, was noch geht. So erwarb Hannelore Brenner 1997 „Geronimo“, den sie eigentlich nur als Freizeitpferd nutzen wollte. „Aber es dauerte nicht lange, da packte mich wieder das Turnierfieber“, erzählt sie, „und bald schon startete ich auf Regelturnieren und auf Spezialturnieren für Behinderte.“
Seitdem sammelte Hannelore Brenner zahlreiche Titel und Medaillen und war bei den Paralympics 2008 in Hongkong mit zwei Goldmedaillen und einmal Silber die erfolgreichste Reiterin. „Für mich ist das Reiten eine der wenigen Sportarten, in denen Nichtbehinderte die Leistungen der Behinderten wirklich beurteilen können, weil das Reiten für alle ein sehr schwer zu erlernender Sport ist. Man kann die Fähigkeiten des Reiters daran erkennen, wie das Pferd geht – ob der Reiter Einschränkungen hat oder nicht.“
Hannelore Brenner setzte und setzt sich vehement für die Belange der Para-Equestrians ein. Dass beim Maimarkt-Turnier seit 2003 auch Dressurprüfungen für Dressurreiter mit Handicap stattfinden, ist nicht zuletzt ihr Verdienst: „Ich glaube, dass durch diese Sportart die Integration zwischen Nichtbehinderten und Behinderten ein ganzes Stück voran kommen kann, und dazu möchte ich gern beitragen.“
Wegen ihres Studiums in Heidelberg war Hannelore Brenner 1989 von Lüneburg in den „wilden Süden“ gezogen. Nach dem Studium begann ihr Arbeitsleben 1992 bei der Deutschen Telekom AG zunächst in Heidelberg im Controlling, später dann in der Softwareanalyse und Softwareentwicklung in Darmstadt und schließlich in der Vertriebssteuerung in Mannheim. Hier war sie zunächst vollzeitbeschäftigt, konnte dann jedoch ihre Stundenzahl reduzieren. Am 1. April tritt sie ihre neue Arbeitsstelle bei Lotto Rheinland-Pfalz in Mainz an.
Größte Erfolge
1999 Weltmeisterin in Vilhelmsburg/Dänemark
2000 Vierte bei den Paralympics in Sydney
2002 Europameisterin in Anadia/Portugal
Deutsche Meisterin in Lingen
2003 Vize-Weltmeisterin in Moorsele/Belgien
Deutsche Meisterin in Lingen
2004 Silbermedaille bei den Paralympics in Athen
Deutsche Meisterin in Lingen
2005 Europameisterin in Soskut/Ungarn
Deutsche Meisterin in Aubenhausen
2006 Deutsche Meisterin in München
2007 Vize-Weltmeisterin in Hartpury/Großbritannien
Deutsche Meisterin in Mannheim
2008 Zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille
(erfolgreichste Reiterin) bei den Paralympics in Hongkong
Deutsche Meisterin in Berlin-Frohnau
Sportlerin des Jahres in Rheinland-Pfalz
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