CCI Luhmühlen 2011: Andreas Dibowski ist der Überflieger
Mit gleich zwei Höhepunkten lockte der frisch renovierte und umgebaute Turnierplatz Luhmühlen Reiter und Zuschauer zur internationalen Vielseitigkeit 2011 in die Westergellerser Heide.
„Ich reite jetzt seit 22 Jahren regelmäßig in Luhmühlen. Auf diesen Sieg habe ich lange gewartet. In den letzten Jahren bin ich mit einem zweiten und dritten Platz haarscharf daran vorbei geritten. Ich bin überglücklich, dass es endlich mal geklappt hat“, sagte Andreas Dibowski. Nach der Dressur lagen er und sein Championatspferd Euroridings Butts Leon noch auf Platz fünf, im Gelände machten sie bereits zwei Plätze gut. „Ich habe hier eine der schönsten Geländerunden meines Lebens erleben dürfen“, freute sich der Sieger. Ohne Fehler, 15 Sekunden unterhalb der erlaubten Zeit kam das Paar ins Ziel der rund 6.000 Meter langen Geländestrecke. Den Ausschlag für den Sieg gab schließlich das fehlerfreie Springen am Sonntag. „Wenn das Feld so dicht beisammen liegt und man hat einen guten Springer, dann rechnet man sich schon etwas aus“, sagte „Dibo“. Dank seines ersten Platzes teilt sich Dibo zusammen mit Badminton-Gewinner Mark Todd (Neuseeland) den dritten Rang in der hochdotierten HSBC FEI Classics-Serie. Ob er diese Chance durch einen Start in Burghley oder Pau nutzen wird, ließ er aber noch offen.
Aber nicht nur an der Spitze, auch auf den Plätzen gab es glückliche Gesichter. „Die Freude überwiegt“, sagte Sandra Auffarth angesichts ihres zweiten Platzes. Die 25-jährige Züchtertochter aus Ganderkesee, bis vor Kurzem noch Mitglied der Warendorfer Perspektivgruppe, hatte es sogar in der Hand, ihr Vier-Sterne-Debüt in einen Sieg zu verwandeln. Im Sattel des erst neunjährigen Franzosen Opgun Louvo, liebevoll „Wolfgang“ oder „Wolle“ genannt, lag sie nach Dressur und Gelände dicht hinter der führenden Britin Piggy French, Vizeeuropameisterin des Jahres 2009, mit Flying Machine Platz. Im Springen unterlief dem jungen Paar allerdings ein Fehler, French machte gleich zwei und wurde damit Vierte.
Sie machte den Weg frei für Frank Ostholt mit Little Paint. „Ich bin hier Dritter geworden, meine Frau in der Milford-Trophy auch“, freute sich der Warendorfer und sagte schmunzelnd: „Bisher ist sie mir in diesem Saison immer vor der Nase hergeritten.“ Seine Freude rührte aber auch daher, mit dem braunen Wallach wieder ein Pferd für das anstehende Championat unter dem Sattel zu haben. Zwei Jahre hatte der Wallach wegen einer Zyste am Oberschenkel pausieren müssen, jetzt bewies er, dass er nichts verlernt hat. In der Dressur hatte das Paar die Nase vorn, im Gelände mussten sie nur Zeitfehler verzeichnen. Im Parcours kam ein Abwurf hinzu. „Painty ist in den zwei Jahren gereift“, sagte der Mannschafts-Olympiasieger, der mit dem jetzigen Vier-Sterne-Erfolg mehr als die offiziell erforderliche Leistung erbracht hat, um sich für einen Start Ende August zu qualifizieren.
Für die Europameisterschaften empfohlen hat sich auch der Turnierveranstalter. Am Geländesamstag, aber vor allem auch am Sonntag beim Springen bescherte Petrus den Luhmühlenern einen echten Wetter-Härtetest. Dank des neuen Sand- statt des bekannten Rasenbodens herrschten jedoch für alle Reiter von Anfang bis Ende gleiche Voraussetzungen. „Ich denke, das ‚neue’ Luhmühlen hat die Generalprobe bestanden“, sagte Andreas Dibowski. „Wir haben zwar nicht das beste Wetter gehabt, aber beste Bedingungen.“
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