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Erklärung der FN zur Situation im Reitsport

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) nimmt zur aktuellen Situation im Reitsport wie folgt Stellung.

1. Die Maxime, dass nur gesunde und unmanipulierte Pferde im Sport eingesetzt werden dürfen, ist unveränderbar. Eventuelle Überlegungen, Medikation im Zusammenhang mit dem Wettkampf zuzulassen, führen in die Irre und werden abgelehnt.

2. FN/DOKR werden die bereits eingeleiteten Maßnahmen - vorläufige Suspendierung bei positiver A-Probe, Vereinbarung mit den führenden Turniervereranstaltern über Erhöhung der Anzahl an Dopingproben, Pferdekontrollen und Stewards - zur Prävention und zur Ahndung von Verstößen konsequent weiterverfolgen, um die Verbandsnormen zukünftig in der Praxis wirkungsvoller als bisher durchzusetzen. Die hierfür gebildeten Arbeitskreise zu den Themen Stewarding, Tierärztliche Anforderungen, Parcoursbau und Rechtssystem haben die Arbeit aufgenommen.

3. Im Zusammenwirken mit der FEI und anderen europäischen Föderationen werden wir unsere Rechtssysteme weiterentwickeln, um den Entscheidungen der Sportgerichtsbarkeit unanfechtbare Gültigkeit zu verschaffen.

4. Darüber hinaus werden die zuständigen Gremien in jedem einzelnen Fall eines Verstoßes prüfen, ob von Kaderberufungen und Nominierungen zu Championaten und Nationenpreisen abzusehen ist.

5. Der von FN/DOKR eingeschlagene Weg bedarf des Zusammenwirkens aller relevanten Gruppierungen unseres Sports: Aktive, Trainer, Pferdebesitzer, Sponsoren, Turnierveranstalter, Offizielle und Tierärzte. Personen und Organisationen, die nicht bereit sind, diesen Weg zu gehen, stellen sich außerhalb des organisierten Sports und der Zucht in Deutschland.

6. In der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Reiter Revue berichten zwei Pferdepfleger anonym über Trainingspraktiken und Manipulationen in Springställen. Hier werden Vorgänge offenbart, die das Vorstellungsvermögen echter Pferdeleute sprengen. FN und DOKR bemühen sich, über die zwei Pferdepfleger konkretere Hinweise zu erhalten, um Verstöße gegen Verbandsnormen und das Tierschutzgesetz wirksam verfolgen zu können. Gleichzeitig wird Anzeige gegen Unbekannt erstattet, um der Mitwirkung staatlicher Stellen bei den erforderlichen Ermittlungen und Bestrafungen sicher zu sein.

7. Für die überwiegende Mehrheit unserer Reiter, Fahrer und Voltigierer haben die Ethischen Grundsätze des Pferdefreundes und der Code of Conduct der FEI - dieser beinhaltet, dass das Wohl des Pferdes an oberster Stelle stehen muss und niemals wettbewerbsmäßigen und kommerziellen Einflüssen untergeordnet werden darf - nicht nur Gültigkeit, sondern sind Hintergrund und Standard für jede Beschäftigung mit dem Pferd. Dieses Selbstverständnis begründet das Mandat von FN/DOKR und ist Verpflichtung, den Wertgehalt notfalls mit drastischen Maßnahmen zu verteidigen.

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