FN-Pressekonferenz: Wir stehen auf der Seite des sauberen Sports
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat sich heute in einer Pressekonferenz den Fragen von rund 30 Journalisten gestellt. Dabei hat sie ihre vor einigen Tagen in einer Stellungnahme veröffentlichte Haltung zum Thema Doping und Manipulation im Springsport bekräftigt.
Im Mittelpunkt des Interesses stand natürlich der Fall Christian Ahlmann (Marl). Nachdem die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) gegen Ahlmann eine viermonatige Sperre wegen unerlaubter Medikation ausgesprochen hatte, meldete die FN, dass für sie das Strafmaß nicht ausreichend sei und kündigte an, beim internationalen Weltsportschiedsgericht (CAS) in Berufung zu gehen. "Die FEI hat auf Doping plädiert, das Tribunal entschied auf 'Medikation. Aber damit wurde der Verdacht nicht ausgeräumt", erläuterte DOKR-Geschäftsführer Reinhard Wendt. "Hier soll das CAS Sicherheit bringen." Unabhängig davon wird Ahlmann für 24 Monate nicht in einem deutschen Nationenpreis- und Championatsteam aufgestellt.
Zur Begründung verwies Wendt auf die Vielzahl an Gesprächen, die mit den Aktiven geführt worden seien, um einen Medikations-/Dopingfall zu vermeiden. Jedem Reiter hätte danach klar sein müssen, welche Auswirkungen ein Fehlverhalten dieser Art haben kann, nämlich "das Ergebnis der ganzen Mannschaft aufs Spiel zu setzen und den Sport in die Nähe des Abgrunds zu rücken." Insofern sei der Ausschluss aus der Nationenpreismannschaft auch als "Denkpause" für Christian Ahlmann anzusehen.
Für die Reaktionen der Reiter auf das Strafmaß gegen Ahlmann zeigte die Verbandsführung Verständnis. "Ich bin davon überzeugt, dass die Reiter in Kürze wieder mit uns an einem Strang ziehen", sagte der FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau (Breitenburg). "Schließlich kämpfen wir auch um den Erhalt der 'Arbeitsplätze' der Springreiter und aller Arbeitsplätze, die damit zusammenhängen", so Wendt. Auf die Vorwürfe, dass der Verband sich gegen die Reiter wende, sagte FN-Generalsekretär Dr. Hanfried Haring: "Wir stellen uns nicht gegen die Reiter. Warum sollten wir das auch tun? Wenn wir uns überhaupt gegen etwas stellen, dann gegen Manipulationen. Wir stehen auf der Seite des sauberen Sports."
Damit befindet sich die FN ganz auf einer Linie mit den führenden Turnierveranstaltern in Deutschland, die den Verband in seiner Haltung bestärkten und darüber hinaus weitere Maßnahmen für einen sauberen Sport einforderte. "Die Veranstalter haben den gleichen Weg eingeschlagen wie wir und uns aufgefordert, Fahrt aufzunehmen. Wir sitzen im selben Boot und rudern in die selbe Richtung", so Haring. "Ein starkes Zeichen für uns", ergänzte Wendt.
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