Pferdinternational München 2010: Edward Gal im Interview
Sie sind das Sensationspaar auf den Dressurvierecken der Welt. Im letzten Sommer konnten der niederländische Dressurreiter Edward Gal und sein zehnjähriger Hengst Moorlands Totilas die amtierende Olympiasiegerin Anky van Grunsven übertrumpfen.
Jetzt gehen Gal und Totilas bei Pferd International vom 13.-16. Mai 2010 auf der Olympia-Reitanlage München-Riem an den Start. Ein Interview mit dem sympathischen 40-Jährigen, der seinen Rappen am Freitag und Sonntag dem Münchner Publikum präsentieren wird.
Frage: Sind Sie zum ersten Mal in München?
Edward Gal: Ja, ich fahre mit meinen Pferden normalerweise nicht so gerne weite Strecken, aber für die WDM habe ich eine Ausnahme gemacht. Und ich bin positiv überrascht. Ich habe mir München nicht so weitläufig vorgestellt. Es ist eine herrliche, gepflegte Anlage und ich bin überall sehr freundlich aufgenommen worden. Das Interesse an meinem Pferd ist überwältigend.
Frage: Wie kommt man an ein Pferd wie Totilas?
Gal: Ich habe ihn vor vier Jahren ausprobiert, da war er sechs und konnte erst wenige Grundlektionen. Aber ich habe gleich eine unglaubliche Kraft und Energie bei ihm gespürt, auf ihm zu sitzen war von Anfang an ein super Gefühl. Er ist bis heute ein fröhliches, aufgewecktes und ausgesprochen liebes Pferd. Zum Glück ist er auch überhaupt nicht hengstig, sondern ganz brav im Umgang. Trotzdem kann er unter dem Sattel sehr explosiv sein, deshalb darf ich ihn nicht zu sehr anpacken. Er wird dann schnell zu aufgeregt. Auf die Koppel geht er zum Beispiel überhaupt nicht, da tobt er nur herum. Aber wir gehen viel mit ihm zum Grasen.
Frage: Wie dosiert setzen Sie Ihr „Wunderpferd“ ein?
Gal: Mir ist sehr wohl bewusst, dass man ein Pferd wie Totilas meist nur einmal im Leben zur Verfügung hat. Deshalb gehe ich mit ihm höchstens alle fünf Wochen auf ein Turnier. Das sind die Sichtungen, ein paar internationale Veranstaltungen und natürlich die WDM-Stationen.
Frage: Wie schätzen Sie den Stellenwert der WDM (Exquis World Dressage Masters) ein?
Gal: Sehr hoch! Das ist eine tolle Serie, die für uns Dressurreiter fantastische finanzielle Möglichkeiten birgt. Ich habe zwar jetzt gute Sponsoren gefunden, weiß aber noch gut, wie schwer es in den Anfangszeiten war. Da ich aus einer Nicht-Reiterfamilie stamme, musste ich mich richtig hoch kämpfen. Ich habe erst Wirtschaftswissenschaften studiert, mich dann aber bald hauptberuflich dem Reiten zugewandt. Schon als kleiner Junge habe ich mir zu jedem Geburtstag ein Pferd gewünscht. Als ich sechzehn war, hatte ich durch Ferienarbeit und einen Zuschuss meiner Mutter genug Geld, um mir mein erstes eigenes Pferd zu kaufen.
Frage: Und wie ging es dann weiter?
Gal: Ich habe dann später Friesen und Haflinger ausgebildet, und auch Ponys. Bis heute gebe ich übrigens gerne Unterricht auf meiner Anlage im holländischen Harskamp, meist drei Stunden täglich. Am Wochenende bin ich ja dann auf Turnieren unterwegs, auch mit Nachwuchspferden.
Frage: Begleiten Sie Totilas selbst zu den Veranstaltungen?
Gal: Ja, ich fahre meist mit ihm im Lkw. Nur hier nach München bin ich geflogen und habe ihn schon vorausgeschickt. Er ist ja recht cool, aber auf uns beiden lastet natürlich mittlerweile ein enormer Erwartungsdruck. Ein bisschen Lampenfieber habe ich schon, vor allem, wenn es um so hochkarätige Prüfungen wie bei der WDM geht. „Toto“, wie ich ihn nenne, hat auch so ein paar Marotten. Zuhause weigert er sich zum Beispiel seit vier Jahren standhaft, auf den Abspritzplatz zu gehen. Überhaupt reagiert er sehr sensibel auf seine Umgebung. Er ist zwar äußerlich ruhig, wenn man auf ihm sitzt, spürt man aber die geballte Kraft, die dahinter steckt.
Interview: Martina Scheibenpflug
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ich find es äußerst schade das sich das paar des jahrhunderst trennen musste