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Pfingstturnier Wiesbaden 2011: Neuss-Grimlinghausen, Eccles und Klouda siegen beim Voltigieren

Das Team Neuss-Grimlinghausen, die Britin Hannah Eccles und der Tscheche Lukas Klouda haben sich die Siege in den Voltigierwettbewerben beim 75. Pfingstturnier in Wiesbaden gesichert.

  
Die deutsche Nummer eins bei den Teams voltigierte sich zu Opernmusik auf Arkansas an der Longe von Trainerin Jessica Schmitz in die Herzen des Publikums und unterstrich mit zwei deutlich gewonnen Umläufen seine bestechende Form. In den Einzelwettbewerben belegten Simone Wiegele (Grevenbroich) – ebenfalls auf Arkansas (Longenführerin Jessica Schmitz) – und Viktor Brüsewitz (Garbsen) auf Rockard (Lars Hansen) jeweils Rang drei.

Ein weiterer Schritt in Richtung Europameisterschaft in Le Mans (16. bis 21. August) ist vollbracht. 8,674 Punkte und fast sieben Zehntel Vorsprung verbuchten die Rheinländer aus dem Neusser Erfolgsstall nach zwei Wertungsprüfungen am Sonntagabend in Wiesbaden. „Das war noch ein Stück souveräner als beim Preis der Besten“, empfand Bundestrainerin Ursula Ramge. Bereits Mitte Mai hatte die Mannschaft von Jessica Schmitz die Konkurrenz des VV Ingelsberg in Darmstadt deutlich auf die Plätze verwiesen. Auch diesmal mussten sich die Bayern auf ihrem Pferd Arador, longiert von Alexander Hartl, bei 7,983 Zählern mit Rang zwei begnügen. Platz drei ging an die Mannschaft aus Schottland (7,506), Platz vier an die Niederlande (6,475). „Wir sind auf dem richtigen Weg“, analysierte Ramge die Leistung des diesjährigen deutschen EM-Vertreters Neuss. Die deutschen Serienmeister lagen schon nach der ersten Runde am Sonnabend unter Flutlicht mit großem Abstand in Führung und bestätigten ihren Triumph am Sonntag mit einer nahezu fehlerfreien Darbietung. „Durchgang zwei war vom Ausdruck her noch souveräner“, freute sich die Bundestrainerin. Zwei Schrecksekunden musste aber auch sie überstehen: In den jeweiligen Schlusssequenzen ihrer Küren verbuchten beide deutsche Teams Stürze ihrer jeweiligen jüngsten Mitglieder. Entwarnung kam jeweils noch vor dem Auslauf. Beide Voltigiererinnen trugen keine Verletzungen davon und nahmen ihre Pfingst-Schleifen zur Siegerehrung freudestrahlend entgegen.

Rundum zufrieden konnte auch Kai Vorberg sein, der seit sieben Jahren das Abonnement auf den Sieg in Wiesbaden in der Herrenkonkurrenz für sich beansprucht. In diesem Jahr hatte der Kölner aufgrund eines Bandscheibenvorfalls und der damit verbundenen Pause vom aktiven Sport eigentlich keine Chance auf eine Titelverteidigung. Am Ende stand der amtierende Vize-Weltmeister als Longenführer trotzdem ganz oben. Sein Schützling Lukas Klouda hatte in der hessischen Landeshauptstadt nämlich mit traditionell-tschechischer musikalischer Untermalung von Schlagerstar Karel Gott für eine kleine Sensation gesorgt. Mit 8,713 Punkten schlug der Tscheche, der derzeit in Köln lebt, arbeitet und trainiert, auf Harry Potter RS von der Wintermühle den amtierenden Weltmeister und jüngst zum ersten Weltcup-Sieger der Geschichte gekürten Patric Looser. Auch der Schweizer war auf einem Pferd aus dem Stall Vorbergs, Record RS von der Wintermühle (Longenführerin Alexandra Knauf), am Start. Mit dem Sieg im zweiten Umlauf machte es der zuletzt über ein halbes Jahr ungeschlagene Favorit im Astronauten-Outfit noch einmal spannend, musste sich seinem Trainingspartner aber mit 8,680 Punkten vor der Kulisse des Biebricher Schlosses knapp geschlagen geben. Die folgenden beiden Ränge gingen mit 8,093 und 7,490 Punkten an die deutschen Vertreter Viktor Brüsewitz auf Rockard und Torben Hoppe auf Rubyen (Gabi Bentscheck).

Sprichwörtlich in der Familie blieb der Sieg 2011 bei den Einzel-Damen. Hannah Eccles, die Schwester der Vorjahres-Gewinnerin Joanne Eccles, freute sich in beiden Umläufen auf Erfolgspferd W.H. Bentley über 8,527 Punkte. Im lässigen Stil voltigierte sie zu den Klängen des Songs „Remember the name“ der Hip-Hop-Band „Fort Miner“, longiert im Übrigen von ihrem Vater John. An diese Leistung knüpfte am ehesten Sarah D’Auriol an. Die Amerikanerin verbuchte auf dem Rücken von Harry Potter RS von der Wintermühle (Longenführer Kai Vorberg) am Ende 8,427 Punkte. Rang drei eroberte die Neusserin Simone Wiegele mit einem hervorragenden zweiten Umlauf. Die Bronzemedaillengewinnerin der Weltreiterspiele in Kentucky und erste Weltcup-Siegerin lag nach dem ersten Wettkampftag nur auf Rang fünf, schob sich dann aber mit ihrer WM-Kür auf Arkansas mit 8,240 Punkten vor Lucy Phillips aus Großbritannien. Auch die Ränge fünf, sechs und acht gingen an Voltigiererinnen aus der Bundesrepublik. Regina Burgmayr (Kastenseeon) landete mit 8,083 Punkten knapp vor ihrer Teamkollegin Susanne Schmidt (München). Die beiden amtierenden Mannschafts-Vizeweltmeister turnten auf Cappucino (Alexander Hartl) und waren, ebenso wie Wiegele, in Wiesbaden in doppelter Mission unterwegs. Im Anschluss an ihren Auftritt in der Einzelkonkurrenz liefen sie mit ihren jeweiligen Teams erneut in den Zirkel. Wenig erfolgreich verlief das Wochenende für Kristina Boe. Die Hamburgerin konnte ihr Leistungspotenzial beim Pfingstturnier nicht abrufen und musste sich mit 6,297 Punkten und dem Schlussrang begnügen. Ihr Ersatzpferd Rubyen (Longenführerin Gabi Bentscheck) war in Wiesbaden aufgrund großer Nervosität sehr zügig unterwegs und hatte Boe eine saubere Vorführung sehr stark erschwert.  „Das ist eben Wiesbaden“, so Ramge zu den durchwachsenen deutschen Leistungen. Vor allem von Schmidt und Burgmayr erwartet Ramge in den kommenden Wochen eine deutliche Steigerung. Die Hartl-Schützlinge hatten bis vor kurzem intensiv auf eine EM-Teilnahme mit dem Team hingearbeitet und konzentrieren sich erst seit wenigen Wochen, nachdem sich Neuss-Grimmlinghausen in der Qualifikation durchgesetzt hatte, auf ihre möglichen Einsätze in Frankreich als Einzelvoltigiererinnen.

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Hier finden Sie alle Informationen zum Programm und die aktuellen Ergebnisse vom Pfingstturnier Wiesbaden 2011.
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