Preis der Besten 2010: Beste Nachwuchsreiter Deutschlands gekürt
Mit der großen Siegerparade auf dem Springplatz ist in Warendorf der Preis der Besten zu Ende gegangen. Erstmals wurden neun "beste" Nachwuchsreiter in den drei olympischen Reitsportdisziplinen gekürt.
Springen Children
Simon Widmann aus Markt Schwaben ist der Sieger der Children-Premiere (Springreiter bis 14 Jahre mit Pferden). Der 14-jährige Bayer hatte nach zwei Wertungsprüfungen die Nase vorn. Im ersten Wertungsspringen am Samstag noch auf Platz drei, verpasste er wegen eines halben Zeitstrafpunkts im Finale den Einzug ins Stechen. Hier wurde er Fünfter. Im Gesamtergebnis, das sich aus den Platzierungen in beiden Wertungsprüfungen errechnet, bedeutete dies allerdings Platz eins. Auf dem zweiten Platz landete Lara Bergmann (13, Ahrensbök) mit Candy Girl. Die für den Landesverband Mecklenburg-Vorpommern startende Reiterin zog am Sonntag zusammen mit zwei weiteren Reitern ins Stechen ein und wurde hier Dritte. Am ersten Tag hatte sie noch Platz sieben belegt. Auf dem Bronzerang des Preises der Besten konnte sich mit einem zehnten Platz am Samstag und einem fünften Platz am Sonntag Felix Flinzer (13, Enge Sande) mit dem 18-jährigen "Professor" Canthargo platzieren. Flinzner startet bereits seit drei Jahren auf Pferden und war elfjährig das erste Mal Sieger in M/B-Prüfungen.
Springen Ponyreiter
Einen Favoritensieg gab es bei den Ponyreitern. In beiden Wertungsprüfungen hatte die vierfache EM-Teilnehmerin Laura Klaphake mit Pepper Ann die Nase vorn und wurde mit Jerome noch Sechste. Pech hatte die 16-Jährige allerdings im Juniorenfeld. Mit Qualdandro als "Titelverteidigerin" am Start, musste sie im ersten Wertungsspringen ausscheiden. Auf dem zweiten Platz im Ponyklassement landete Philip Houston (12, Leichlingen) mit Caspar. Dank eines fünften beziehungsweise vierten Platzes im Finale konnte sich der Rheinländer in der Endplatzierung ganz weit nach vorne arbeiten. Auf dem Bronzerang beendete Lea Clausen (16, Mildstedt) den Preis der Besten. Sie saß dabei im Sattel von Bubbles Lollipop, der vormals von Josch Löhden erfolgreich vorgestellt wurde. Lea Clausen gehörte - neben der Siegerin Laura Klaphake und Lena Pollmann-Schweckhorst (15, Steinfeld) mit Conroyal WE - zu den drei Reitern, die sich in beiden Wertungsprüfungen inklusive Siegerrunde am Sonntag keinen Abwurf leisteten. Die Tochter des Nationenpreisreiters Alois Pollmann-Schweckhorst beendete den Preis der Besten auf Platz fünf.
Springen Junioren
Keine Überraschung war auch der Ausgang bei den Junioren. Hier hatte der Vorjahressieger der Ponyreiter, Maurice Tebbel (16) mit Merry Christmas die Nase vorn. In der ersten Wertungsprüfung noch Vierter, erreichte er als einer von Zehn das Stechen im Finale und musste sich dort nur Jarka Luther (16, Wittmold) mit Cassilo geschlagen geben. Zweiter wurde der Deutsche Juniorenmeister Josch Löhden (18, Heeslingen/HAN) mit Robbedoes, der außerdem mit Surefire den vierten Platz belegte. Auf Platz drei landete die Rheinländerin Stefanie Reining (18, Bedburg-Hau) mit Diva.
Springen Junge Reiter
Eine "alte Bekannte" siegte bei den Jungen Reitern. Katrin Eckermann, schon als Ponyreitern erfolgreich bei Championaten am Start, holte sich mit einem fünften Platz am Samstag und einem zweiten Platz im Finale den Gesamtsieg. Auch die beiden Nächstplatzierten, Jan Wernke (Holdorf) mit der erst achtjährigen Queen Mary und Alexander Kernebeck (Gronau) mit Al Pacino, verfügen über Preis-der-Besten-Erfahrung. Wernke gewann 2007, Kernebeck 2008 bei den Junioren. Insgesamt waren bei den Jungen Reitern die Nullrunden im Finale rar gesät. Nur drei Paare erreichten das Stechen. "Die Hindernisse waren zwar nicht so hoch, aber der Kurs sehr lang und technisch", sagte langjährige Parcourschef Eckhard Hilker (Oelde). "Genau das richtige Maß als Vorbereitung für die bevorstehenden Championate", waren sich Bundestrainer Otto Becker (Sendenhorst) und Bundesjugendwartin Heidi van Thiel (Essen) einig.
Dressur Junge Reiter
Keinen Zweifel gab es über der Vergabe der Siegerschärpe bei den Jungen Reitern Dressur. Hier siegte Fabienne Lütkemeier mit D'Agostino, mit dem sie im vergangenen Jahr den zweiten Platz beim Nürnberger Burgpokal belegen konnte. Die Kür-Europameisterin von 2009 war weder in der ersten Wertungsprüfung, noch in der Kür zu schlagen, die sie mit fast vier Punkten Vorsprung gewinnen konnte. Ebenfalls bekannt vom Nürnberger Burgpokalfinale ist die beim Preis der Besten zweitplatzierte Diva Royal. Beim Preis der Besten unter dem Sattel von Stella Charlott Roth (20, Alsbach-Hähnlein) landete sie am ersten Tag auf Platz zwei und konnte sich in der Kür knapp hinter Louisa Lüttgen (Kerpen) mit Habitus platzieren. Letztere konnte sich dank ihrer Kürleistung ebenfalls noch in die Medaillenränge reiten und wurde Dritte.
Dressur Junioren
Nach dem Wechsel von Sanneke Rothenberger ins Junge-Reiter-Lager griff beim Preis der Besten der Junioren eine andere ehemalige EM-Titelgewinnerin an: In einem Kopf-an-Kopf-Rennen setzte sich Jill de Ridder, Junioren-Doppel-Europameisterin 2007, mit hauchdünnem Vorsprung an die Spitze. Mit dem von ihren Großeltern auf Gestüt Moosbend in Belgien gezogenen Carabas-Nachkommen Charmeur hatte sie in der ersten Wertungsprüfung als Einzige die 70-Prozent-Marke überschritten. In der Kür reichte es allerdings nur für Platz zwei. "Das Ganze war noch ein bisschen brav", sagte Vater Antonie de Ridder. Hier siegte Charlott-Marie Schürmann, die in der Gesamtwertung aber dennoch knapp hinter de Ridder blieb. Die aktuelle Mannschafts-Europameisterin hatte neben World of Dreams noch ein weiteres Eisen im Feuer, den siebenjährigen Burlington v. Breitling W, mit dem sie im vergangenen Jahr Siebter beim Bundeschampionat geworden war und mit dem sie jetzt in Warendorf die Plätze vier beziehungsweise drei belegte. Eigentlich rangierte sie damit auf Rang drei. Da aber nur ein Pferd für die Medaillenränge im Preis der Besten gewertet wird, ging der der Preis-der-Besten-Bronzerang an die Pony-Umsteigerin Florine Kienbaum (Lohmar). Für die 17-Jährige und Good-Morning M war es erst das vierte gemeinsame Turnier. "Besonders freut es mich, dass wir einige gute junge Kombinationen mit entsprechender Perspektive an der Spitze hatten", sagte Richterin Kerstin Holtaus (Stödtlen), Mitglied der Bundesjugendleitung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, im Hinblick auf bevorstehenden Europameisterschaften. Die erste offizielle EM-Sichtung für die Junioren wie die Jungen Reiter findet an Pfingsten in Wiesbaden statt.
Dressur Pony
Neue Namen dominierten das Starterfeld bei den Ponydressurreitern. Allen voran Jessica Krieg, die den siebenjährigen Dornik B-Sohn Danilo vorstellte, den sie seit vergangenen November unter dem Sattel hat. Die 13-Jährige siegte mit dem Palomino-Hengst in beiden Wertungsprüfungen. Zweiter wurde Lena Charlotte Walterscheidt (13) aus Mönchengladbach mit dem Vorjahressieger Deinhard B unter dem Sattel. Um den dritten Platz bemühten sich gleich mehrere Paare, unter anderem die beiden Mannschafts-Europameisterinnen Katharina Weychert (Windsheim) mit Derano Gold C und Grete Linnemann (Sittensen) mit Cinderella WE. Das Rennen machte allerdings eine Dritte: die im belgischen Eupen lebende Lena Rom (15) mit dem Fuchshengst Voyager, der vor einigen Jahren sowohl das Bundeschampionat in der Dressur, als auch in Vielseitigkeit gewinnen konnte. Sie zeigte mit zwei vierten Plätzen die beständigste Leistung und durfte dafür die Bronzemedaille in Empfang nehmen.
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