Die letzte Station vor dem Preis der Besten
Ohne Nachwuchs keine Zukunft! Was für die Pferde das Bundeschampionat im Herbst, ist für Reiter der "Preis der Besten" im Mai.
Wenn am Freitag um acht Uhr die Richter an ihren Tischen Platz nehmen, wird es für den süddeutschen Nachwuchs Ernst. Ponyreiter, Junioren und Junge Reiter aus Rheinland Pfalz, dem Rheinland, Baden-Württemberg, Bayern, dem Saarland und natürlich Hessen werden sich den Juroren stellen und die besten unter ihnen ermitteln, die ihren Verband beim Preis der Besten im Mai in Warendorf vertreten dürfen.
Denn anders als in den Vorjahren wird 2008 auf dem Schafhof schon eine kleine Elite auflaufen. „Vorher gab es vier oder fünf Sichtungen bundesweit für alle interessierten Reiter. Da gingen natürlich auch einmal Reiter an den Start, die eigentlich nicht auf dem gewünschten Niveau ritten. Für die Bundestrainer und Richter, die zu allen Terminen reisen mussten, war das natürlich ein enormer Aufwand.“ In diesem Jahr gab es erstmals nur vier regionale Auswahllehrgänge, auf denen die Bundestrainer eine Vorauswahl für die nun auf zwei Termine begrenzten Sichtungen trafen“, erklärt Landestrainer Heinz-Günter Scholten den neuen Modus.
Für die hessischen Reiter heißt es sich immer besonders gut behaupten, denn obwohl aus dem Verband starke Reiter wie die oben genannten hervorgehen, darf die Mainregion nur vier Reiter insgesamt zu den Deutschen Meisterschaften schicken. „Wir haben da eine Quotenregelung, die sich nach den ausgestellten Reitausweisen richtet. In Hessen gibt es nur etwa 1.700 Reiter bis 21 Jahre und das bedeutet eben, dass wir nur mit vier Reitern in allen Altersklassen zusammen vertreten sind“, so Scholten.
Am Sonntag um etwa 17 Uhr wissen Zuschauer, Eltern, Richter und Reiter auf jeden Fall mehr, wer im Rennen um einen Startplatz beim Preis der Besten und eventuell den Europa- oder Deutschen Meisterschaften liegt. Im Anschluss an die letzte Siegerehrung verleiht Hausherrin Ann Kathrin Linsenhoff dann noch den Sonderehrenpreis für den jeweiligen Gesamtsieger der Kategorien Junge Reiter, Junioren und Ponys.
Allgemeine Informationen zum Preis der Besten
"Der aktive Reitsport wird in Deutschland zu einem großen Teil von Kindern und Jugendlichen getragen. Sie bilden ein Leistungspotenzial, das als Garant für das hohe Niveau der Reiterei steht und die Zukunft des reiterlichen Spitzensports sichern wird." Diese Einschätzung Dieter Graf Landsberg-Velens (Wocklum), Ehren-Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), aus dem Jahre 1991 gilt bis heute. Eines der bedeutendsten Nachwuchsturniere in Deutschland ist der "Preis der Besten" in Warendorf. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung bereits 1973, zunächst in der Dressur für die Jungen Reiter. Über 20 Jahre lang, bis 1994, war der "Preis der Besten" zu Gast beim Dortmunder Hallenturnier. "Wir wollten insbesondere die Winterarbeit der Jungen Reiter fördern, sie durch den Termin im März und die vorgeschalteten Sichtungen ermuntern, früher mit ihrem Training zu beginnen", erinnert sich Heinz Schütte (Braunschweig), Mitglied des FN-Dressurausschusses, und zusammen mit dessen langjährigen Vorsitzenden Anton Fischer (Aachen) Initiator dieser Prüfung. 1985 zogen die Springreiter mit einer vergleichbaren Prüfung nach. Zwei Jahre lang trafen sich die Junioren und Jungen Reiter zunächst in Münster-Handorf, bevor sie 1987 Warendorf als festen Standort wählten. "Wir wollten zu Beginn der Saison die Besten aus dem ganzen Land zusammen haben, um zu sehen, was sich in den einzelnen Landesverbänden tut, wo Stärken und Schwächen sind", berichtet Lutz Gössing (Steinhagen) über die Anfänge.
Noch ist die Entwicklung allerdings nicht abgeschlossen. Seit dem Jahr 2000 tragen auch die Vielseitigkeits-Junioren und Jungen Reiter gemeinsam ihren "Preis der Besten" aus. Dieser ging aus dem 1998 ins Leben gerufenen "Nachwuchspreis Vielseitigkeit" hervor und fand zunächst im Herbst statt. Seit 2002 ist allerdings auch der "Preis der Besten" Vielseitigkeit Bestandteil der Veranstaltung in Warendorf, so dass seither alle olympischen Disziplinen mit ihrer Topnachwuchsprüfung unter einem Dach sind.

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