euroclassics Bremen 2010: Team Trophy für Deutschland I
Die Titelverteidigung ist gelungen. Team Deutschland I sicherte sich in der euroclassics Team Trophy beim Bremer Pferde-Festival den Sieg vor Niederlande II und einem gemischten Amazonen-Quartett.
So wollte Bundestrainer Otto Becker seine Abordnung reiten sehen: „Das sind alles Leute, die auch künftig ihre Chance bekommen sollen. Der Championatskader ist keine geschlossene Gesellschaft.“ Lediglich Holger Wulschner unterlief ein einziger Abwurf, ansonsten blieb das Team ohne Fehl und Tadel. „ Ich bin meinen Teamkollegen dankbar, dass sie mich mit durchgeschleppt haben,“ grinste der Nationenpreisreiter verschmitzt. Erstmals wurde die euroclassics Team Trophy in einem einzigen Umlauf ausgetragen, ein Stechen entfiel, nachdem die Niederländer einen Zeitstrafpunkt nicht streichen lassen konnten. Während Wulschner für Lars Nieberg nachrückte, der seinen Pferden eine Pause gönnt, hatten Alois Pollmann-Schweckhorst und Janne Friederike Meyer noch in der vergangenen Woche ein wenig mit sich und der Welt gehadert. „Das war jetzt die erste richtige Herausforderung für Chacco Blue und ich war mir wirklich nicht sicher, ob das jetzt schon der optimale Zeitpunkt ist“ so Pollmann-Schweckhorst. „Er ist während meiner Beinbruch-Pause geritten und gearbeitet worden, hatte aber keine Turniere und auch keine Deckeinsätze. Im Nachhinein betrachtet hat ihm das ganz gut getan. Ich bin völlig zufrieden.“ Ins Grübeln war auch Janne Meyer geraten, die ihren quirligen braunen Wallach Cellagon Lambrasco nach langer Pause gerade erst wieder im Turniereinsatz hat und dabei in Neumünster noch ohne Fortune unterwegs war. „Ich wollte Otto schon anrufen und dankend verzichten, glücklicherweise habe ich es nicht getan….“ Der Holsteiner Wallach war konzentriert bei der Sache und seine Reiterin ist sich sicher, das „der noch nicht mal in Höchstform“ ist.
Team Deutschland II gab ein „durchwachsenes“ Bild ab. Das Quartett, das praktisch die Generation U30 repräsentiert, wurde mit zwanzig Strafpunkten nur Zehnter. Lediglich Mario Stevens blieb ganz ohne Fehler. „Da haben wir hinterher gleich analysiert, was nicht optimal gelaufen ist, denn es haben mir ein, zwei Sachen nicht gefallen und die sollen ja dazu lernen. Auch dafür sind solche Turniere da.“
In der Einzelwertung der euroclassics hat Pia-Luise Aufrecht mit der 13 Jahre alten Stute Olivia die Führung nach einer fehlerfreien und 59,44 Sekunden schnellen Runde im Parcours übernommen, gleich dahinter folgt Gilbert Böckmann. „Die Stute hatte eine längere Pause, war bereits in Neumünster Vierte im Großen Preis. Jetzt werde ich auch noch in Braunschweig und Dortmund reiten und dann beginnt die grüne Saison.“
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