WM Reining: Deutsches Team gewinnt mit Bronze erstmals eine WM-Medaille
Fast im Alleingang hat Silvia Rzepka Mannschafts-Bronze für das deutsche Team bei den Reining-Weltmeisterschaften in Manerbio (Italien) geholt.
Mannschaftsweltmeister wurde Gastgeber Italien (667,5), das den Titelverteidiger USA auf den Silberplatz (663,5) verwies. In der Prüfung gingen insgesamt 47 Reiter aus 17 Ländern an den Start, von denen zehn Nationen um Medaillen kämpften.
Reiterin des Tages und bester Mann im deutschen Team war - wie schon 2006 bei den Weltmeisterschaften in Aachen - Silvia Rzepka mit Doctor Zip Nic. Nicht nur rettete sie eine Teammedaille für Deutschland und den Seelenfrieden von Bundestrainer Kay Wienrich (Schwalmtal-Amern). Auch sorgte die 32-jährige Profitrainerin bei ihrem zweiten Championatseinsatz dafür, dass eine deutsche Mannschaft überhaupt das erste Edelmetall bei einer WM holt. Schon zweimal hatten deutsche Teams bei Weltchampionaten "Pech" gehabt und mit vierten Plätzen in den Jahren 2002 und 2006 knapp das Treppchen verpasst. Auch diesmal schien es, als sollte den Deutschen das Glück bei diesem Championat fehlen.
Einen schlechten Start erwischte der erste deutsche Reiter, Oliver Stein (GER), der mit Smart Little Lenic unter den Erwartungen blieb und mit 209 Punkten das spätere Streichergebnis lieferte. Besser lief es bei Emanuel Ernst (GER) mit Legends Diamond Doc. Doch seine 215,5 Punkte reichten auch noch nicht und die Hoffnungen auf eine Medaille schwanden. Bis Silvia Rzepka kam. Die WM-Achte von Aachen zeigte den Ritt ihres Lebens und wurde von den Richtern mit dem Tageshöchstergebnis belohnt: 227,5 Punkte. "Hero or Zero - das liegt nah beieinander", beschrieb sie anschließend, wie risikoreich der Ritt war, dessen Score auch ihre persönliche Bestmarke setzte. Mit einem Mal standen die Edelmetall-Aktien jedenfalls wieder gut. Championatsneuling Daniel Klein (Bünde) verteidigte als letzter Mannschaftsreiter nervenstark den möglichen Erfolg und sicherte mit Dealin Gin die Medaille (219,5).
"Man muss ja sagen: Diesen Erfolg verdanken wir der Tatsache, dass wir ein so gutes Team sind und wir deshalb am Ende auch den Karren aus dem Dreck rauskommen", lobte ein sichtlich erleichterter Bundestrainer den Zusammenhalt der Gruppe. Nach diesem Kraftakt trennte sogar nur ein einziger Punkt das deutsche Team von Silber. Deutlicher hingegen zeigte sich der Unterschied zwischen Italien und den USA. Mit vier Punkten setzten sich die Italiener, die seit Jahren zu den Favoriten zählen, von den Reitern aus dem Mutterland des Westernreitens ab.
Nach ihrem Ritt zählt Silvia Rzepka jetzt zu den Favoriten für die Einzelwertung. Die 20 besten Reiter der Mannschaftssprüfung haben sich für die Prüfung am Sonntag qualifiziert - darunter auch Daniel Klein.
Noch keine Kommentare

