WM der jungen Dressurpferde Verden: Desperado OLD siegt bei den Fünfjährigen
Der fünf Jahre alte Oldenburger Wallach Desperado von Dressage Royal-Rouletto hat beim Internationalen Dressur- und Spring-Festival die Weltmeisterschaft gewonnen und viele Lobeshymnen geerntet.
Den begeisterten Applaus der Zuschauer, vor allem aber ein klares Votum der Richter. Dr. Dietrich Plewa, Chefrichter der WM der fünfjährigen Dressurpferde, und sein italienischer Kollege Dr. Vincenzo Truppa, sahen in Desperado den glücklichen Athleten, den „Happy Athlete“, der in Harmonie mit seiner Reiterin vorgestellt wurde, locker und ungezwungen. Gleichzeitig habe er sein Potential zeigen können. Das das beachtlich ist, fiel schon bei der Qualifikation zum Finale auf, das Desperado unter seiner Reiterin und Besitzerin Nadine Plaster aus dem baden-württembergischen Röhlingen gewinnen konnte. Sie hatte den Wallach gemeinsam mit ihrem Partner Simon Kohlenbrenner auf der Auktion in Vechta erworben und seither ausgebildet. Die glückliche „Pilotin“ des Weltmeisters geriet am Finaltag ordentlich unter Stress, weil sie gleich nach dem Titelgewinn einen dreijährigen Hengst in der Reitpferdeprüfung vorstellen musste. Dem fliegenden Pferdewechsel mochte der junge Kandidat jedoch nicht viel abgewinnen und setzte seine Reiterin erst Mal in den Sand. Den zweiten Rang und damit Silber eroberte der Trakehner Hengst Imperio von Connery-Balfour xx. Anna-Sophie Fiebelkorn aus Verden stellte den imposanten Braunen vor, den sie als Fremdreiterin beim Bundesturnier des Zuchtverbandes in Hannover 2007 kennen gelernt hatte und der bei der jungen Ausbilderin schlicht Begeisterung auslöste. Zu Begin des Jahres gab Besitzer Hubertus Poll Imperio dann zur „Fortbildung“ nach Verden – jetzt wurde die Weitsicht mit WM-Silber belohnt.
Nun wird in Verden mit Spannung das WM-Finale bei den sechs Jahre alten Pferden erwartet. Dafür lösten am Samstag im kleinen Finale noch drei Teilnehmer das „Ticket“: Jana Freund (Kevelaer) gewann mit dem sechs Jahre alten Hannoveraner Hengst Dramatic von Don Federico-Weltmeyer die Prüfung. Zweiter wurde die belgische Stute China Towns Dream unter Vicky Smits-Vanderhasselt und mit dem Hengst Revanche de Rubin unter Juliane Brunkhorst (Harsefeld) eroberte ein weiterer Oldenburger das WM-Finale in Verden.
Die höheren Weihen der Dressur haben die Teilnehmer des Grand Prix längst erreicht und die Gewinnerin des Cellagon-Preises ohnehin: Ulla Salzgeber, Mannschafts-Olympiasiegerin von Athen aus Bad Wörishofen, gewann mit dem neun Jahre alten rheinischen Wallach Herzruf`s Erbe mit 73,29 Prozent den internationalen Grand Prix. Herzruf`s Erbe ist neun Jahre alt und hat somit noch reichlich sportliche Zukunft vor sich. Dahinter reihten sich die Schwedin Minna Telde mit dem Hannoveraner Don Charly und Hubertus Schmidt (GER) mit Weltissimo ein.
Salzgeber gewann auch die Qualifikation zum Nürnberger Burgpokal mit der acht Jahre alten Thüringer Stute Wakana (70,80 Prozent). Damit hat die Dressurreiterin das Finalticket für das Frankfurter Festhallenturnier in der Tasche. Der Nürnberger Burgpokal ist die bedeutendste Serie für junge Dressurpferde.
In Verdens Reiterstadion trumpften derweil zwei echte Routiniers auf: Markus Beerbaum aus dem benachbarten Thedinghausen entschied sich in der mit 20.000 Euro dotierten Qualifikation zum Großen Preis des CSI – dem Preis der Reiterstadt Verden – für seine 16 Jahre Oldenburger Stute Leena. Und die Kombination paßte wie immer auf die Sekunde genau. In 36,21 fehlerfreien Sekunden sicherte sich das Weltcup-Paar den Sieg und 5000 Euro Preisgeld. Eine gute Empfehlung für das Glanzlicht der ersten internationalen Auflage des Springens beim Verdener Festival – den mit 30.000 Euro dotierten Großen Preis.
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